Wer lacht in der Bibel? Und warum?

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Wer lacht in der Bibel? Und warum?

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Veröffentlicht von Klaus Straßburg in Theologie mit Humor · Samstag 25 Mär 2023
Tags: FreudeFreiheitGlückGottesdienstMammonWorte

Wer lacht in der Bibel? Und warum?
Eine kleine Theologie des Lachens
Klaus Straßburg | 25/03/2023

Ein lachender Gott passt irgendwie nicht in unsere religiöse Welt. Dann schon eher der sanft lächelnde Buddha, aber der war ja auch kein Gott. Der war wohlgenährt, hatte außer Meditieren nichts zu tun und schwebte wohl schon halb im Nirvana, als er so geheimnisvoll vor sich hin lächelte.

Aber Gott hat bekanntlich mit dem Nirvana nichts am Hut. Das Nirvana ist ein unbeschreiblicher Zustand, in dem alle Gedanken und Gefühle verwehen und erlöschen. Und das wäre ja noch schöner, wenn Gott sich in etwas Unbeschreibliches ohne Gedanken und Gefühle auflösen würde.

Schließlich gibt es viel zu tun. Der Himmel ist ein Ort, an dem gearbeitet wird. Da muss regiert werden, und wo regiert wird, da ist keine Zeit, lachend am Rand zu sitzend, sich den Wind um die Nase wehen und sich in demselben verwehen zu lassen.

Das war auch nicht Jesu Sache. Der hat viele ernste Worte gesprochen und gute Werke getan. Aber von einem lachenden Jesus wird nichts berichtet. Obwohl er doch eigentlich ... – wenn er wirklich ein Mensch war ... – aber Jesus war eben anders.

Und so ist auch der christliche Glaube eine durch und durch ernste Sache geworden. Da geht's um Himmel und Hölle, Leben und Tod. Und bei der Hölle hört der Spaß nun wirklich auf. Darum sieht man im Gottesdienst nur ernste Gesichter, die ernste Lieder zu ernster Musik singen und mit ernsten Mienen einem ernste Worte sprechenden Prediger zuhören (oder einer genauso ernsten Predigerin).

Aber heutzutage gibt es doch tatsächlich Gottesdienste, in denen der Prediger oder die Predigerin manchmal etwas Lustiges sagen, worüber dann auch verhalten gelacht wird. Nicht zu laut, aber immerhin hörbar. Vielleicht auch mit schlechtem Gewissen. So ein Lachen im Gottesdienst war früher nicht denkbar. Ob das wohl richtig ist?


1. Das zwiefältige Lachen zweier Greise

In der Bibel scheint das Lachen jedenfalls verpönt zu sein. Abraham und seine Frau Sara sind dafür die besten Beispiele. Als ihnen im hohen Alter noch die Geburt eines Sohnes verheißen wird, muss Sara innerlich lachen und denkt (1Mo/Gen 18,12):

In meinem hohen Alter soll mich noch mal die Liebeslust befallen?

Das war eine berechtigte Frage. Und Abraham kann sich vor Lachen gar nicht mehr halten, als Gott ihm die Geburt eines Sohnes ankündigt (1Mo/Gen 17,17):

Da warf sich Abraham zu Boden und lachte. Im Stillen dachte er: "Ich bin fast hundert Jahre alt. Kann mir da noch ein Sohn geboren werden? Sara ist schon neunzig. Soll sie da noch ein Kind bekommen?"

Kaum zu glauben: Direkt im Gespräch mit Gott (wie auch immer man sich das vorstellen mag), muss sich der Greis Abraham vor Lachen auf den Boden werfen, als Gott ihm die Geburt eines Sohnes ankündigt. Man kann schon sagen: Gott wird ausgelacht. Für verrückt erklärt. Irgendwie nicht aus dieser Welt, dieser Gott. Das denkt der Stammvater Israels, auf den sich auch Christen und Muslime berufen.

Bekanntlich hat die Liebeslust die alte Sara dann wider alles Erwarten doch noch mal befallen. Und Abraham ist das Lachen wohl vergangen, als Sara ihm gestand: "Ähh Abraham – – ich bin schwanger." Das Gesicht Abrahams hätte ich gern mal gesehen. Die zuvor kinderlose Sara hingegen jubelte (1Mo/Gen 21,6):

Gott lässt mich vor Freude lachen. Wer davon hört, lacht mit mir (oder: lacht über mich).

Der erste Satz ist klar: Sara ist glücklich über das lange ersehnte und für unmöglich gehaltene Kind. Ihr ungläubiges Lachen hat sich in ein dankbares verwandelt. Der zweite Satz kann zweifach übersetzt werden. Entweder die anderen freuen sich mit Sara und lachen mit ihr. Oder die anderen lachen ungläubig und spöttisch über die 90jährige Mutter: "Das kann doch gar nicht sein... Wer weiß, woher das Kind kommt... Vielleicht steht sie mit dem Teufel im Bunde..." Man kann sich die Blicke und das Tuscheln gut vorstellen.

Immerhin haben wir einen ersten Beleg dafür, dass vom Lachen in der Bibel auch positiv die Rede sein kann. Sara lacht vor lauter Glück, Lebensfreude und Dankbarkeit. Und ihr Sohn erhält dann auch noch einen entsprechenden Namen: Isaak heißt übersetzt "Er (oder sie) lacht". Wer damit gemeint ist, bleibt offen. Bei den frommen Namen, die damals üblich waren, könnte gemeint sein: "Gott lacht". Es könnte aber auch Saras Glückslachen gemeint sein oder das Lachen des Kindes. Wir wissen es nicht. Wir wissen aber, dass Lachen nichts Schlechtes sein muss.


2. Das Lachen der Satten und der Hungernden

Allerdings gibt es auch das schlechte Lachen, den Spott und Hohn: Nach Spr 29,9 lacht der törichte Mensch darüber, wenn ein Weiser mit ihm um das Recht streitet. Der Tor lässt sich nichts sagen und hat für den Weisen und das Tun des Rechten nur ein höhnisches Lachen übrig. Nach Hab 1,3 können die mächtigen Babylonier, die auch Israel vernichtend schlugen, über andere Herrscher und ihre Festungen nur lachen – denn sie nehmen alle Festungen im Handstreich ein.

Die haben gut lachen. Aber die Spötter sollten sich ihrer Sache nicht zu sicher sein. Denn es kann vor Nacht schnell anders werden (Jak 4,9):

Beklagt euer Elend, trauert und weint! Euer Lachen soll sich in Trauer verwandeln und eure Freude in Niedergeschlagenheit!

Was ist das? Ein böser Wunsch? Oder gar ein Fluch? Nein, ein Ruf zur Umkehr! Wer sein Elend beklagt und über sich selber weint, ist auf dem besten Weg, demütig zu werden, umzukehren und sich von Gott – nicht erniedrigen, sondern erhöhen zu lassen (Vers 10).

Aber wer weint schon gern über sich selber? Lieber genießen wir doch unseren Wohlstand und unser Glück.

Dazu hatte Jesus etwas zu sagen (Lk 6,25):

Wehe euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet trauern und weinen.

Also, muss die Bibel eigentlich immer alles schlecht machen? Darf man nicht mal satt sein und lachen? Ist Jesus ein Spaßverderber?

Naja, für manche schon – aber nicht für alle. Denn vorher hat er ausführlich von Glück und Freude gesprochen – nur nicht für die reichen und satten Wohlstandsmenschen, die sich ihr Glück auf Kosten der Armen und Hungernden schmieden. Niemand kann sich also seines Glückes wirklich sicher sein. Wer meint, er habe sich abgesichert, kann tief fallen. Dann hat er nichts mehr zu lachen. Und ein anderer, dem alles genommen wurde, der wird einmal vor Freude lachen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Zuletzt lachen also die Armen, Hungernden, Weinenden, die Gehassten, Geschmähten und Ausgeschlossenen (Lk 6,20-22) – wir würden heute sagen: die sozial Schwachen, die gesellschaftlich Benachteiligten und vom Wohlstand Ausgeschlossenen. Also die, die keine Chance haben, in Würde zu leben. Wenn sie ihre Hoffnung auf Gott setzen, werden sie am Ende über alle lachen, die ihnen Gewalt antun, sogar über die Autokraten dieser Welt. Von denen sagt der Psalm 52, dass sie ein schauerliches Bild abgeben werden, wenn Gott ihnen den Garaus macht (Ps 52,8f):

Die Gerechten [= die an Gott und an einem guten Miteinander Orientierten] werden es sehen und schaudern, und sie werden über den Gewalttäter lachen: "Seht, das ist der Mann, der nicht Gott zu seiner Zuflucht machte! Er vertraute auf seinen großen Reichtum und war stark in seiner Gier."

Das ist kein höhnisches Gelächter der Triumphierenden, sondern ein befreites Lachen der Opfer, deren Elend ein Ende gefunden hat. Neben dem höhnischen Lachen der Spötter über die Glaubenden gibt es also auch das befreite Lachen der Glaubenden über die Spötter. Lachen wird also in der Bibel keineswegs durchweg verurteilt – es kommt immer darauf an, wer aus welchem Grund lacht.

Apropos befreites Lachen: Der französische Balletttänzer und Choreograph Maurice Béjart sagte einmal:

Wenn man über etwas sehr Wichtiges spaßen kann, hat man Freiheit erreicht.

Sehr wichtig in der Welt ist zum Beispiel der Autokrat, der sich zum Herrn über Leben und Tod gemacht hat. Oder auch der Reiche, der auf Kosten der Armen lebt und so zum Herrn über Glück und Unglück wurde. Oder der Kriegsherr, der meint, sich seine Macht sichern zu können, indem er andere für sich töten und sterben lässt.

Es kann sein, dass man unter solchen Menschen leiden muss. Aber wenn man auch mal über sie lachen kann, weil man weiß, dass ihnen nicht die Zukunft gehört, sondern dass Gott sie früher oder später von ihrem hohen Ross stürzen wird und sie dann ganz schön alt aussehen werden – wenn man das weiß und dann über sie lacht, dann nimmt man sie nicht mehr ganz so ernst und hat sich schon ein Stück weit von ihnen befreit.


3. Das Lachen im Himmel

Und wer lacht noch? Ach ja, Gott. Tatsächlich, Gott lacht! Wie sollte er auch nicht, wenn sogar seine Geschöpfe etwas zu lachen haben!

Gott lacht über tobende Völker und gottlose Herrscher (Ps 2,1-4). Er lacht über die Gottlosen, die ihre Interessen gewaltsam durchsetzen und wie ein Hund ihre Zähne fletschen (Ps 37,12f). Gott lächelt nicht in sich hinein, sondern er lacht laut und sichtbar. Nicht, weil auf Erden alles so schön ist, sondern weil die Mächtigen und Gottlosen sich für so stark und unbezwingbar halten. Und mit Gott lacht die Weisheit, die von Beginn an bei Gott war, über das Verderben der gottlosen Spötter (Spr 1,26).

Es muss schon ziemlich lächerlich aussehen, wenn die uneinnehmbaren Festungen in sich zusammenfallen und ihre mächtigen Erbauer mit sich reißen, so dass die Spötter nun selbst den Spott ertragen müssen, den sie selbst zuvor über die anderen ausgegossen haben.

Wenn aber Gott tatsächlich lacht, dann muss auch Jesus gelacht haben. Es wäre ja auch gelacht, wenn er als Mensch niemals gelacht hätte. Schade nur, dass uns davon nichts berichtet wird. Und dass die Kirche sich so sehr auf sein Leiden konzentriert hat, dass von seinem Lachen gar nichts mehr zu hören war.

Denn Jesus hat sicher nicht nur ernste Worte gesprochen. So schlagfertig, wie er war, wird er die Welt im Gespräch mit seinen Jüngerinnen und Jüngern auch mit liebevollem Humor betrachtet haben. Zum Beispiel die sich andauernd viel zu ernst nehmenden Menschen. Und die Autokraten seiner Zeit, die meinten, ihre Herrschaft ginge nie zu Ende. Oder die allzu ernsten Theologen, die glaubten, die Weisheit gepachtet zu haben. Oder die Wohlhabenden, die ernsthaft dachten, sie könnten sich durch ihren Wohlstand ihr Glück sichern. Sicher noch vieles anderes. Manches ist nur dann zu ertragen, wenn man es nicht zu ernst nimmt – also auch mal darüber lacht.

Und das Regieren im Himmel ist dann wohl doch keine so mühsame Sache, dass Gott und den Engeln das Lachen im Halse stecken bleibt. Also, manchmal muss es schon traurig sein, das Weltgeschehen "von oben" zu beobachten. Aber trotzdem sind Gott und die Engel keine Kinder von Traurigkeit. Denn im Himmel bricht eine ungeheure Freude los, sobald auch nur ein einziger Mensch von seinen gottlosen Wegen umkehrt und endlich in die richtige Richtung läuft (Lk 15,7). Also, wenn bei unglaublich viel Unerfreulichem, was auf Erden geschieht, im Himmel ein solcher Jubel über nur ein einziges erfreuliches Ereignis ausbricht, dann sagt das alles über die Stimmung im Himmel: Freude und Jubel übertreffen dann alle Traurigkeiten.

Wenn es im Himmel so viel zu lachen gibt, dann darf auch auf Erden und vor allem im Gottesdienst nicht alles ernst sein. Dann ist der Glaube keine immer nur ernste Sache, sondern vor allem eine fröhliche. Und das darf man auch im Gottesdienst merken. Darum darf im Gottesdienst auch herzhaft gelacht werden.


4. Das letzte Lachen

Aber die Geschichte des Lachens ist damit noch nicht zu Ende. Dass Jesus gelacht hat und dass es im Himmel und auf Erden auch jetzt noch etwas zu lachen gibt, haben wir schon gehört. Aber wir haben noch etwas vergessen: Was ist eigentlich mit der Zukunft? Wird es auch in Zukunft noch etwas zu lachen geben?

Manchen vergeht das Lachen, wenn sie sich ansehen, wohin die Welt steuert. Ich will jetzt gar nicht aufführen, was uns alles droht. Ich will ja vom Lachen sprechen. Denn trotz alles Bedrohlichen geht die Bibel von einem zukünftigen allgemeinen großen Lachen aus – als ob es gar nichts Bedrohliches gegeben hätte. Denn alles Bedrohliche wird ein Ende haben – und bleiben wird ein umso größeres Gelächter. Das, was sich einstmals so bedrohlich aufgeblasen hat, wird – ausgelacht.

Paulus spricht einmal von der unvorstellbar großen Herrlichkeit, die die Zukunft der Glaubenden sein wird – im ewigen Leben nämlich. Die Herrlichkeit wird so groß sein, dass die vergangenen irdischen Leiden demgegenüber wie ein Nichts sein werden (Röm 8,18.21):

Ich bin überzeugt: Die Leiden, die wir gegenwärtig erleben, bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die auf uns zukommt. [...] Denn auch die Schöpfung wird befreit werden aus der Sklaverei der Vergänglichkeit. Sie wird zu der Freiheit kommen, die Gottes Kinder in der Herrlichkeit erwartet.

Wenn wir nicht gerade sehr missmutig sind, dann bringt uns etwas Herrliches zum Lachen. Weil nun das ewige Leben ziemlich herrlich ist, wird es dort auch nicht ohne Lachen abgehen. Schließlich wird es dann keine Tränen, keinen Schmerz und kein Geschrei mehr geben (Offb 21,4). Und was Jesus über das Lachen der zuvor Weinenden sagte, kann man gut auf das Lachen im ewigen Leben beziehen (Lk 6,21):

Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.

Vielleicht erinnern wir uns auch an Situationen, in denen unser Weinen zu einem Lachen geworden ist. Oder ein großes Leid sich in eine große Freude verwandelt hat. Stellen wir uns ruhig einmal vor, dass das vergangene Lachen, an das wir uns erinnern, ein Vorzeichen des Lachens im ewigen Leben war.

Im Alten Testament erinnert man sich gern an vergangene Erlebnisse befreienden Lachens und Jubels. Und man erwartet, dass Gott uns auch in Zukunft mit Lachen und Jubel beschenken wird (Ps 126,2.5):

Als der Herr das Geschick Zions [= Jerusalems] zum Guten wendete, war unser Mund voll des Lachens und unsere Zunge voll des Jubels. [...] Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.

Also, wie Gott die Elenden zum Jubeln und Lachen geführt hat, so wird er es auch in Zukunft tun. Deshalb dürfen sich alle, die Gottes Weg mitgehen, auf eine Zukunft voll Lachens und Jubelns freuen.


5. Kann Gott lachen?

Nun haben wir aber doch ziemlich menschlich von diesen Dingen geredet. Und sogar von Gott. Ist das nicht alles zu menschlich gedacht? Dürfen wir von Gott so menschliche Aussagen machen, dass er ein lachender Gott ist?

Also, wir können ja nur in menschlichen Worten über Gott nachdenken. Himmlische Worte haben wir nicht zur Verfügung. Die Bibel spricht auch mit menschlichen Worten über Gott. Gott ist sogar Mensch geworden und hat mit menschlichen Worten gesprochen. Gott ist eben nicht nur im "Himmel", für uns unerreichbar, sondern er ist auch und vielleicht sogar vor allem auf Erden.

Wenn wir so menschlich über Gott reden, müssen wir immer daran denken, dass wir in einer unangemessenen Sprache über ihn reden. Denn kein Wort kann ihn fassen. Und dennoch gibt sich Gott uns durch diese Worte zu verstehen – jedenfalls so weit, wie es für uns nötig ist.

Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass Gott manches Mal darüber lacht, wie unvollkommen wir mit unseren schwachen Worten über ihn reden. Aber dieses Lachen ist ein freundliches Lachen. Und ein Lachen, das Gott nicht daran hindert, in unsere schwachen Worte einzugehen und sich uns verständlich zu machen.

Achtung! Nimm das bitte nicht wortwörtlich! Gott hat keinen Körper wie wir. Also auch keinen Mund wie wir. Also wird er auch nicht so lachen wie wir. Aber es könnte doch bei Gott etwas Entsprechendes geben – etwas, dem unser Lachen ähnelt. Gott lacht dann anders als wir, aber unser Lachen kann uns zum Gleichnis des Lachens Gottes werden.

Der weltbekannte evangelische Theologe Karl Barth, der das umfangreichste theologische Werk des 20. Jahrhunderts geschrieben hat, die "Kirchliche Dogmatik" mit rund 9.300 Seiten in 13 Bänden – dieser Theologe soll übrigens einmal gesagt haben:

Die Engel lachen über den alten Karl. Sie lachen über ihn, weil er die Wahrheit Gottes in einer Dogmatik fassen will! Sie lachen darüber, dass Band sich an Band reiht, jeder dicker als der andere. Lachend sagen sie zueinander: Seht, da kommt er mit seinem Handwägelchen voll Dogmatiken [...] Und sie lachen über die Menschen, die so viel über Karl Barth schreiben [...], statt sich mit der Sache selbst zu beschäftigen. Ja, die Engel lachen!
(aus: Arbeit und Stille Nr. 160. Schriftenreihe aus dem MBK-Verlag Bad Salzuflen, S. 30. Dort keine weitere Quellenangabe. Orthographisch angepasst an die neue deutsche Rechtschreibung)

Das Lachen der Engel kann uns dazu anleiten, uns selbst und all unser Schaffen, das wir meist für so wichtig halten, einmal mit Humor zu betrachten und nicht allzu ernst zu nehmen. Ein lachender Gott und lachende Engel passen jedenfalls ganz gut zu dieser Erde und zum christlichen Glauben. Denn im Vertrauen zu Gott kann man sich selbst lachend relativieren und findet in seiner Schöpfung trotz aller Tränen immer noch viel zu lachen. Darum kann Gott eigentlich keiner sein, der immer nur ernst durch die Gegend läuft. Er wird manches Mal auch ordentlich lachen. Und wir dürfen gern in sein Lachen einstimmen.


* * * * *


Foto: Alexa auf Pixabay.




2
Rezensionen
Michael Kröger
Samstag 25 Mär 2023
Hallo Klaus ,

"Schließlich gibt es viel zu tun. Der Himmel ist ein Ort, an dem gearbeitet wird. "

Bei dieser Beschreibung musste ich innerlich doch lächeln... Danke für deine kundigen Bemerkungen über das Lachen. Für mich ist diese Fähigkeit auch ein Lebensgeschenk. Wenn ich lache, fällt - manchmal - etwas von der Schwere des Lebens von mir ab und etwas Befreiendes wird mir klar...

Herzliche Grüsse Michael
Samstag 25 Mär 2023
Hallo Michael,

schön, dass du gelächelt hast. So war es auch von mir gemeint. Das Lachen ist wirklich ein befreiendes Lebensgeschenk. Danke für diesen Gedanken.

Herzliche Grüße
Klaus
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