Unendlich geliebt

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Unendlich geliebt

Christsein verstehen
Veröffentlicht von Klaus Straßburg in Meditationen · Donnerstag 10 Feb 2022
Tags: LiebeEwigkeitHoffnungAngstSorgenEinsamkeitVergebungGesundheitTod

Unendlich geliebt
Klaus Straßburg | 10/02/2022


5 Gedanken über das unendliche Geliebtsein


Wenn du dich allein fühlst ...
Du bist nicht verlassen. Nur eine begrenzte Zeit fühlst du dich allein. Denn der GOTT-AN-DEINER-SEITE denkt an dich. Er kennt deine Einsamkeit und fühlt deine Verzweiflung. Sie kann dich nicht von ihm trennen, sondern verbindet dich mit ihm. Denn er fühlt sie mit dir.


Wenn du Sorgen und Angst hast ...
Der VATER-ALLES-SORGENS sorgt für dich, auch wenn du es nicht spürst. Er weiß einen Weg für dich, auch wenn du nicht weiter weißt. Er führt dich durch das Labyrinth des Lebens hindurch, immer dem Ausgang entgegen. Wie eine MUTTER-ALLES-TRÖSTENS wird er der Angst ein Ende machen. Unendlich ist das Ende der Angst.


Wenn du von Menschen abgelehnt wirst ...
Du bist angenommen, kostbar, hochgeschätzt, ein unermesslicher Wert. Das gilt auch dann, wenn du auf Erden keine Anerkennung erfährst. Denn du bist wichtig für den SCHÖPFER-DER-DICH-WILL. Du hast Bedeutung für ihn. Er will, dass du bist. Nicht nur heute, sondern jeden Tag und in Ewigkeit.


Wenn du dich als schlechter Mensch fühlst ...
Die LIEBE-IN-PERSON sagt: Es ist gut, dass es dich gibt. Das gilt ohne Ende – egal, was du tust oder nicht tust. Du musst nichts leisten und keine Bedingungen erfüllen. Du wirst nicht festgelegt auf deine Schwächen. Für JESUS-DER-DICH-LIEBT ist es gut, dass es dich gibt. Und für ihn wird es immer gut sein.


Wenn du krank bist oder den Tod fürchtest ...
Die Schmerzen quälen dich seelisch und körperlich. Aber Krankheit und Tod sprechen nicht das letzte Wort. Erst nach ihnen kommt das Letzte: ein Leben in Fülle, für dich bestimmt. Die göttliche MACHT-DES-LEBENS will dir ewige Lebensfülle schenken: ohne Einschränkungen, ohne Schmerzen. Leben unendlicher Freude.


Du bist nicht nur geliebt; du bist unendlich geliebt.



Hinweise
  • GOTT-AN-DEINER-SEITE: Siehe Jesaja 7,14; „Immanuel" heißt übersetzt „Gott-mit-uns".
  • VATER-ALLES-SORGENS: Jesus nannte Gott seinen „Vater". Er sorgt für uns (1. Petrus 5,7).
  • MUTTER-ALLES-TRÖSTENS: Siehe Jesaja 66,13.
  • LIEBE-IN-PERSON: Siehe 1. Johannes 4,8 und 16.
  • MACHT-DES-LEBENS: Siehe Johannes 6,63.


* * * * *



10
Rezensionen
Hans-Jürgen
Donnerstag 10 Feb 2022
Hallo Klaus,

das Vorstehende sehe ich nicht ganz so positiv und optimistisch wie Du und denke ergänzend, diesmal in Versen:

Ich lese gerne in der Bibel
vor allem das, was mir gefällt.
Es ist bei ihr wie mit 'ner Zwiebel:
das Auge tränt, wenn man's nicht richtig macht.

Wer morgens ohne Dank erwacht,
nur sieht, was schlecht läuft in der Welt,
womöglich sich bei Gott beklagt,
der handelt, kurz gesagt, gewagt.

Auch ist's verkehrt, das Leid von andern
mit Jenseits-Trost zu überseh'n;
oft lass' ich die Gedanken wandern
und betend auch zu ihnen geh'n.

Das Himmelreich, so scheint es mir,
gilt jenen, die auf Jesus bauen,
und wer's nicht tut, bleibt vor der Tür,
will man der Bibel trauen.

Die letzte Strophe bezieht sich auf viele Stellen in der Heiligen Schrift wie z. B. das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen oder auf den wegen unangemessener Kleidung vom königlichen Hochzeitsmahl brutal Verstoßenen, auf Joh3,36, um nur einige wenige zu nennen.

Nicht alle kommen wir in Gottes Himmlisches Reich, egal, wie wir sind und was wir tun. Davor steht Gottes Gericht (Mt25,34u.41), und Er entscheidet, wie es dann mit uns weitergeht.

Viele Grüße
Hans-Jürgen


Freitag 11 Feb 2022
Hallo Hans-Jürgen,

vielen Dank für deine Verse und wichtigen Gedanken. Wenn ich dich richtig verstehe, besteht dein Einwand darin, dass nicht alle Menschen einfach gerettet werden, wie es auch die letzte Strophe deines Gedichtes sagt. Ich finde den Gedanken völlig berechtigt.

Es war auch nicht meine Absicht auszudrücken, dass alle Menschen einfach gerettet werden. Wer und wie viele Menschen gerettet werden, möchte ich Gott überlassen. Es gibt Bibelstellen, die von der Verwerfung von Menschen sprechen, und es gibt andere, die dafür sprechen, dass letztlich doch alle gerettet werden. Beides wurde in der Geschichte der Kirche seit eh und je vertreten. Ich kann die Entscheidung, wie es sein wird, nicht treffen und muss das auch nicht.

Darum habe ich auch versucht, meinen Text in dieser Hinsicht bewusst offen zu formulieren: Gott hat uns erschaffen, und er will, dass wir in Gemeinschaft mit ihm leben - jetzt und in Ewigkeit. Ob wir das auch wollen und den Weg in diese Gemeinschaft gehen, ist eine andere Frage. In Gottes Augen ist es gut, dass es einen Menschen gibt, und es wird immer in seinen Augen gut sein. Ob es aber dazu kommt, dass es den Menschen ewig geben wird, ist eine andere Frage, die ich nicht beantworten kann. Gott will uns das ewige Leben schenken. Ob wir uns von ihm beschenken lassen, ist eine andere Frage.

Damit wollte ich 1Tim 2,4 Ausdruck verleihen: Gott "will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahr...
Hans-Jürgen
Samstag 12 Feb 2022
Guten Tag, Klaus,

vielen Dank für Deinen lehrreichen Kommentar. Was Du schreibst, sehe ich größtenteils wie Du, wobei schwierige Fragen unbeantwortet bleiben müssen.

Danke auch für den Hinweis auf Deinen Artikel "Die Gerichte der Liebe" (nicht nur Abschnitt 7) mit der von Dir so gesehenen "therapeutischen" Wirkung der göttlichen Gerichte. Ein kluger Gedanke, den ich noch nirgends las.

Ich wünsche Dir ein gesegnetes Wochenende und grüße Dich herzlich.
Hans-Jürgen
Samstag 12 Feb 2022
Hallo Hans-Jürgen,

danke für deine Rückmeldung! Ja, wir können nicht alle Fragen beantworten, und es ist manchmal gut, wenn man welche offen lassen kann - auch wenn es unsere alles wissen wollende Vernunft kränkt.

Auch dir ein gesegnetes Wochenende
Klaus
Michael Kröger
Sonntag 13 Feb 2022
Guiten Abend Klaus,

in deinem älteren Text "Die Gerichte der Liebe" sprachst du von der Frage, ob es im Jüngsten Gericht "Verworfene gibt oder wir schlussendlich alle gerettet" werden. Dazu eine grundsätzliche und zugegeben auch skeptische Frage: Wie kann man eigentlich - gerade auch als Christ - überhaupt auf diese ins Unendliche zielende Frage antworten? Ist der Wunsch hier eine Antwort geben zu wollen, nicht für uns Menschen doch etwas zu sehr vermessen? Und wenn es denn so wäre, besteht der Sinn dieser (und ähnlich endloser) Fragen nicht vielleicht in der Fähigkeit diese Frage trotzdem zu stellen? Will etwa Gott, dass wir Menschen uns diese Frage stellen - und wozu dann eigentlich unser Insistieren? Welchen Sinn haben in der Bibel FRAGEN, die gerade auch Gläubige nicht beantworten wollen aber doch offenbar nicht können? Vielleicht erwarte ich ja gar keine Antwort, sondern einen verborgenen Sinn, der in meinem aktuellen Nach-Fragen liegt. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich jetzt übrigens daran, dass immer dann, wenn ich in meinem Leben auf "ins Unendliche zielende Fragen" stiess, das Gefühl hatte intensiver als bisher zu leben. Das hat sicher seine Gründe, oder ?

Mit besten Grüßen
Michael

Sonntag 13 Feb 2022
Hallo Michael,

vielen Dank für deine interessanten Fragen, auf die hin ich dir gern meine Gedanken mitteile. Zuerst, denke ich, können wir feststellen, dass die Frage, ob es von Gott verworfene Menschen gibt oder am Ende alle gerettet werden, einfach da ist – jedenfalls bei denen, die an einen Gott glauben. Denn es geht bei der Frage ja auch um unser eigenes Sein nach dem Tod. Christlich formuliert könnte die Frage dann lauten: Kann ich eigentlich gewiss sein, dass ich gerettet werde, oder muss ich daran zweifeln und mich vor einer ewigen Verwerfung durch Gott fürchten?

Ich finde es sehr verständlich, dass Menschen diese Frage haben, zumal im Christentum ja oft mit ewigen Höllenqualen gedroht und Angst ausgelöst wurde. Darum finde ich es auch unbefriedigend, zu dieser Frage zu schweigen oder keine Antwort geben zu können. Die Herausforderung besteht also darin, Gottes Freiheit zu wahren und dennoch eine Antwort zu geben. Oder anders formuliert: Die Herausforderung ist, nicht zu wenig dazu zu sagen, aber auch nicht zu viel.

Zu viel (und damit vermessen) wäre es meiner Meinung nach, wenn man so tun würde, als wüsste man, wie diejenigen Menschen sind, die gerettet werden – und wie diejenigen, die verdammt werden. Bei manchen Glaubenden kann man das Gefühl haben, sie wüssten darüber genau Bescheid. Andere sind sich vollkommen sicher, dass es für den Großteil der Menschen ewige Höllenqualen geben wird. Wieder andere gehen voller Überzeugung dav...
Sonntag 13 Feb 2022
Hallo Klaus und Michael,

das Unendliche gehört zu den Lieblingsthemen vieler Mathematiker, wobei ebenfalls manche Fragen offen bleiben. Einer von ihnen und seinerzeit berühmt, beschäftigte sich zu sehr damit und wurde am Ende darüber geisteskrank.

Mit herzlichem Gruß,
Hans-Jürgen
Sonntag 13 Feb 2022
Hallo Hans-Jürgen,

vielen Dank für deinen Hinweis. Die von dir hergestellten Beziehungen zwischen Religion und Mathematik finde ich immer wieder interessant.

Viele Grüße
Klaus
Michael Kröger
Sonntag 13 Feb 2022
Hallo Klaus,

Danke! Vor allem die beiden letzten Sätze deiner Ausführungen habe mich sehr angesprochen. Dass sich Gott von uns finden lässt, indem er uns Vertrauen schenkt, ist ein Bild, das mich innerlich berührt.

Vielleicht betrifft ja die Frage nach der Rettung des Menschen nicht nur die "alte Frage" nach einem irgendwann eintreffenden jüngsten Gericht als vielmehr nach einer lebendigen, sehr jungen Gegenwart, die mir und uns allen jetzt und geistesgegenwärtig von Gott gemacht wird?
Montag 14 Feb 2022
Hallo Michael,

ja, die Fragen nach der Zukunft und nach der Gegenwart hängen eng zusammen. Man kann sogar sagen: Das Leben in der Gemeinschaft mit Gott beginnt im Vertrauen zu ihm, also im Glauben, schon jetzt. Besonders im Johannesevangelium fließen beide Ebenen, die der Zukunft und die der Gegenwart, immer wieder ineinander. "Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben" (Joh 3,36a). "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, hat ewiges Leben" (Joh 6,47). Man könnte es auch so ausdrücken: Im gegenwärtigen Glauben (in der Gegenwart Gottes in uns) nehmen wir die Zukunft vorweg. Oder umgekehrt: Im Glauben hat die Zukunft Gottes bereits gegenwärtig begonnen - unter den Bedingungen irdischen Lebens.
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