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Theologischer Adventskalender Freitag 24. Dez. '21 - Heiligabend

Christsein verstehen
Veröffentlicht von · 24 Dezember 2021
Tags: DankbarkeitFreudeGlückArmutWeihnachten

MATTHIAS CLAUDIUS

Täglich zu singen

Ich danke Gott und freue mich
Wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin! Und dass ich dich,
Schön menschlich Antlitz habe;

Dass ich die Sonne, Berg und Meer
Und Laub und Gras kann sehen
Und abends unterm Sternenheer
Und lieben Monde gehen;

Und dass mir denn zumute ist,
Als wenn wir Kinder kamen
Und sahen, was der heil'ge Christ
Bescheret hatte, Amen!

Ich danke Gott mit Saitenspiel,
Dass ich kein König worden;
Ich wär' geschmeichelt worden viel
Und wär' vielleicht verdorben.

Auch bet' ich ihn von Herzen an,
Dass ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer reicher Mann
Und auch wohl keiner werde.

Denn Ehr' und Reichtum treibt und bläht,
Hat mancherlei Gefahren,
Und vielen hat's das Herz verdreht,
Die weiland wacker waren.

Und all das Geld und all das Gut
Gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Kann's aber doch nicht machen.

Und die sind doch, bei Ja und Nein!
Ein rechter Lohn und Segen!
Drum will ich mich nicht groß kastei'n
Des vielen Geldes wegen.

Gott gebe mir nur jeden Tag,
Soviel ich darf zum Leben.
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;
wie sollt' er's mir nicht geben!


Das, was uns selbstverständlich erscheint, weil es immer schon da war, nehmen wir gar nicht mehr als etwas wahr, was gerade nicht selbstverständlich ist. Dazu gehört vor allem, dass wir selbst da sind. Es ist uns so selbstverständlich, dass wir gar nichts Besonderes darin sehen, dass es uns gibt.

Aber es ist etwas Besonderes! Es gab und gibt einen Schöpferwillen, der dich wollte und bis heute will. Du bist ein Teil des Willens Gottes!

Auch das sollte uns bewusst sein: Ein glückliches Leben hängt nicht an materiellem Reichtum und vielen Gütern. Es hängt auch nicht an Ruhm und Macht. Wesentlich für ein gutes Leben sind vielmehr gelingende Beziehungen, Gesundheit des Körpers und der Seele, Sinn für Gottes Schöpfung sowie die Gewissheit, dass uns Gott jeden neuen Tag mit allem Nötigen versorgen wird.

Letzteres gilt auch dann, und das zu glauben ist schwer, wenn wir entbehren müssen oder sich unser Leben dem Ende zuneigt. Aber auch dieser Glaube kann eine Weihnachtsgabe Jesu sein.


Quelle: Kalender "Der andere Advent". Meditationen und Anregungen vom 2. Dezember 2006 bis 6. Januar 2007. 25.12. Hg. vom Andere Zeiten e.V. Initiativen im Kirchenjahr. Hamburg. Orthographisch angepasst an die Neue Deutsche Rechtschreibung.





2 Kommentare
2021-12-24 13:46:34
Hallo Klaus,

danke für das schöne Gedicht meines norddeutschen Lieblingsdichters Matthias Claudius. Es gibt das auch gesungen (click oben links).

Gesegnete Weihnachten wünscht Dir
Hans-Jürgen.
2021-12-24 14:24:05
Hallo Hans-Jürgen,

danke für den Link und auch dir ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Klaus

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