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Nur ein kurzer, scharfer Blick auf wüste Sachen!

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie aktuell · 7 August 2020
Tags: VerschwörungsmythenIdeologieEthikCorona

T h e o l o g i e   a k t u e l l
Nur ein kurzer, scharfer Blick auf wüste Sachen!
Klaus Straßburg | 07/08/2020

Am letzten Samstag demonstrierten in Berlin etwa 20.000 Menschen gegen die Corona-Regeln und verletzten diese Regeln bewusst.

Sie machten Aussagen wie: Es gebe die Pandemie überhaupt nicht, sie sei nur die Erfindung einer geheimen Weltregierung und diese wolle die Demokratie mit ihren Freiheitsrechten abschaffen.

Seit Samstag Abend kann man im Fernsehen jeden Tag die Bilder dieser Demonstration sehen. In Nachrichtensendungen, Magazinen und politischen Talkshows der unterschiedlichsten Sender werden Interviews mit Teilnehmer*innen der Demonstration gezeigt, und es wird mitunter ausführlich über die Demonstrierenden und ihre Verschwörungsmythen diskutiert.

Warum gibt man einer kleinen Minderheit der Bevölkerung so viel Raum in den Medien?

Ich vermute: Weil es ein „Aufreger" ist, der hohe Einschaltquoten bringt. Und hohe Einschaltquoten bringen hohe Werbeeinnahmen.

Doch haben diese hohen Werbeeinnahmen den Preis, dass man den Demonstrierenden mit anhaltender Berichterstattung einen großen Gefallen tut. Was könnte ihnen lieber sein, als dass sie tagelang ein Hauptthema in deutschen Wohnzimmern sind und ihre kruden Aussagen auch noch über die Medien (die sie massiv ablehnen) verbreiten können?

Ich finde es gefährlich, diesen Menschen und ihren abwegigen Mythen so viel Gewicht zu geben. Sie haben dieses Gewicht gar nicht, aber es wird ihnen durch die Medien sozusagen geschenkt.

Der evangelische Theologe Karl Barth (1886-1968) hat einmal geschrieben:

„Wüste Sachen soll man, wie real sie immer sein mögen, nicht zu lange anschauen, nicht zu genau studieren, nicht zu intensiv in sich aufnehmen. [...] Darum also [...] nur einen Blick auf diese Sache. Es geht nicht darum, sie leicht zu nehmen, es geht aber darum, sie so zu behandeln, wie es ihr ihrem Wesen nach zukommt. Gerade ein kurzer, scharfer Blick darauf ist für sie nicht nur genügend, sondern auch das einzig Richtige."
(Karl Barth: Die Kirchliche Dogmatik, Band III/3. Theologischer Verlag Zürich, 3.Aufl. 1979, Seite 609).

Könnte es sein, dass wir dieser „wüsten Sache" zu viel Aufmerksamkeit schenken und ihr damit erst ein Gewicht geben, das sie im Grunde gar nicht hat?



2 Kommentare
Decker, Ursel
2020-08-09 03:21:22
Lieber Klaus,

ich denke, da hat Karl Barth recht. Es ist geradezu zur Taktik geworden, die Presse, wenn sie auf Provokationen eingeht, als kostenlose, effektive Werbung zu benutzen.

Viele Grüße
Ursel
2020-08-09 20:35:21
Danke für deine Einschätzung! Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr Leute dazu äußern würden.
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