Krisenpolitik

verstehen

Theologische Einsichten für ein gutes Leben

Christsein

Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Direkt zum Seiteninhalt

Krisenpolitik

Christsein verstehen
Veröffentlicht von Klaus Straßburg in Meditationen · Mittwoch 26 Okt 2022
Tags: PolitikAngstGnade

Krisenpolitik
Klaus Straßburg | 26/10/2022

Eine Spur zu forsch ist mir ihr Gang
einen Hauch zu laut ihre Stimme
ein wenig zu markig sind mir die Worte
mit Lösungen, perfekt und wahr
zu unbesorgt scheint ihre Ruhe
zwei Sekunden zu lang währt ihr Lachen
als dass ich ihre Sicherheit
ihnen glauben könnte

Hinter all dem, so scheint mir
verbirgt sich veränstigt ein Kind
das rennt und schlägt und trotzig schreit
behütete Welten sich erträumt
in falscher Sicherheit sich wiegt

Verzweifelt sucht es einen Weg
doch ohne Hand und Halt
kann sein, es weiß nicht, was es ist:
des gnädigen Gottes Kind.


* * * * *


Foto: Gerd Altmann auf Pixabay.




6
Rezensionen
Michael KRÖGER
Donnerstag 27 Okt 2022
Hallo Klaus,

Jede Krise erzeugt eine Menge von Möglichkeiten. Auch die Möglichkeit so zu tun als ob die aktuelle Krise einfach (d.h. mit Waffen) gelöst werden könnte. Es kommt heute allerdings darauf an einen Ausgleich zwischen Krisen und unserem Überleben zu sichern. Dabei kann uns der Glauben helfen Lösungen zu entdecken, an die wir vorher nie geglaubt hätten. Es gibt lebensichernde Lösungen - auch wenn uns die aktuellen Probleme übermächtig erscheinen....

Donnerstag 27 Okt 2022
Hallo Michael,

vielen Dank für deine Ergänzung, der ich voll zustimme. Ich selbst kämpfe gerade darum, mich nicht auf die Krisenlage zu konzentrieren und von ihr vereinnahmen zu lassen, sondern im Glauben das lebenssichernde Wirken Gottes in den Mittelpunkt zu stellen. Da ich nicht gut im Verdrängen bin, fällt es mir nicht leicht, Gottes Wirken all den Krisen überzuordnen und nicht selbst in "Krisenstimmung" zu verfallen. "Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben!"
Michael Kröger
Donnerstag 27 Okt 2022
"....hilf meinem Unglauben". In der Tat!

Vielleicht besteht ja der heutige "Unglaube" darin, dass wir uns in den letzten Jahrzenten zu sehr darin gewöhnt haben, an jenen grosszügigen Gott zu glauben, der uns ohne grosse Anstrengungen das Geschenk unseres Lebens und gemeinsamen Weiterlebens gewährt hat. Vielleicht fehlt uns die Einsicht, dass Glaube auch etwas damit zu tun hat, unsere Selbstgefälligkeit des Immer-weiter-so aufzukündigen. Das Über-Leben wird zukünftig anstrengender als früher werden ....und unser Glaube?
Donnerstag 27 Okt 2022
Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Glaube ist eben nicht nur etwas Innerliches, sondern impliziert immer auch Handlungsweisen, also Ethik. Die "Selbstgefälligkeit des Immer-weiter-so" ist mit echtem Glauben nicht kompatibel. Wenn wir die Augen vor den Krisen verschließen und unser Handeln nicht darauf ausrichten, sie zu bewältigen, fällt diese Dummheit irgendwann auf uns selbst zurück. Das ist der biblische Tun-Ergehen-Zusammenhang. Das Überleben wird dann tatsächlich anstrengender - und ist es in manchen Teilen der Erde schon länger. Ich habe es neulich so beschrieben: Wir bringen Menschenopfer - schon seit Jahrzehnten. Da mag auch der Glaube anstrengender werden - aber wir können ihn sowieso nicht aus uns selbst hervorbringen, sondern er ist ein Geschenk. Darum: "Hilf meinem Unglauben!"
Michael Kröger
Freitag 28 Okt 2022
....ja, aber was ist heute genauer ein
>Geschenk< ?

Doch nicht nur etwas, das uns Menachen aus der Gnade Gottes zufällt. Ein Geschenk ist ja - leider aber auch zum Glück - auch eine Form des Nicht-Wissens. Vielleicht eine Gabe, die nicht nur Gott allein gehört?

Wir wissen, dass wir vieles - inklusive uns selbst - werden verändern müssen, können aber nicht genau formulieren, welche Schritte dazu nötig sind. Schärfer gesagt: wir haben, aufs Ganze gesehen, immer weniger Zeit, ahnen aber aber, dass unser Vertrauen auf Geschenke am Ende nicht unbegrenzt ist.

Anders gesagt: Verpflichtet mich mein Glaube nicht auch zum Hinausdenken auch über meine je eigenen Grenzen und Gewohnheiten meines Wissens ....?

ps:
Geschenke sind auch Ideen: Anregungen zu meinen Gedanken kann man in Armin Nassehi' s Buch UNBEHAGEN ausführlicher studieren.
Freitag 28 Okt 2022
Das sind spannende Gedanken und Fragen. Ich hoffe, sie richtig verstanden zu haben, obwohl ich das Buch von Nassehi nicht kenne.

Was ist ein Geschenk? Ich würde die Frage noch konkreter so formulieren: Was ist ein Geschenk Gottes? Denn ein Geschenk Gottes kann ja durchaus etwas anderes sein als das, was wir unter uns Menschen gemeinhin "Geschenk" nennen.

Zwischenmenschliche Geschenke haben es so an sich, dass man oft nicht weiß, was man geschenkt bekommt – sie sind eine Überraschung, eine "Form des Nicht-Wissens", wie du es nennst, wenn ich dich richtig verstanden habe. Auch Gottes Geschenke können durchaus überraschend sein. Andererseits gibt es Geschenke, die uns Gott verheißen hat: Er hat sie uns versprochen, wenn wir sie ernsthaft begehren und bereit sind, sie von ihm zu empfangen.

Ich denke, dass beides wichtig ist: Das Überraschende eines Geschenks einerseits und das ernsthafte Begehren sowie die Empfangsbereitschaft andererseits. In einer Situation, wie du sie beschreibst, in der wir uns verändern müssen, aber nicht genau wissen, wie das geschehen soll, müssen wir tatsächlich "über die Grenzen und Gewohnheiten unseres Wissens hinausdenken". Das können wir nur, indem wir uns für das, was wir (noch) nicht wissen, öffnen, in diesem Fall für die überraschenden Geschenke Gottes. "Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt", schrieb schon Paulus. Wir wissen also nicht, worum wir bitten sollen, ob wir uns nicht irren m...
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Zurück zum Seiteninhalt