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Hoffnung in Zeiten des Krieges |64

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 13 Dezember 2022

Wir sind die Guten – da die Bösen, bei jedem Krieg herrscht dieser Wahn.

Eugen Drewermann

Insgeheim der bessere Mensch sein zu wollen ist nur eine Tarnung der Menschenverachtung unter dem Deckmantel und dem Missbrauch der Religion [...], um der überwältigenden Forderung der täglichen Liebe auszuweichen, die als einzige Wandlung der Zukunft hervorbringen könnte.

Tobias Brocher


Die saubere Unterscheidung zwischen Guten und Bösen, wobei man selber natürlich zu den Guten gehört, ist tatsächlich ein Wahn. Wer so tut, als habe der Konflikt mit Russland am 24.2.2022 begonnen, ignoriert die vorangegangene Geschichte und das, was er selbst möglicherweise zu diesem Konflikt beigetragen hat.

Wer auch noch die Religion herbeizieht, um sich als der bessere Mensch zu erweisen, weil er die Werte des sogenannten "christlichen Abendlandes" vertrete, missbraucht die Religion zu seiner Selbstrechtfertigung.

Die christliche Forderung ist die tägliche Liebe. Manche meinen, im Krieg gelte das nicht. So weicht man der Forderung Gottes aus und handelt letztlich menschenverachtend. Denn nur die Liebe, die zum Leiden bereit ist, kann den Krieg in Frieden verwandeln.

Wenn Gott seinen Geist ausgießt, kann der Wahn ein Ende nehmen und die Liebe sogar in versteinerte Herzen einziehen. Dafür lasst uns beten und darauf lasst uns hoffen!


Quellen:
  • Tobias Brocher: Zwischen Angst und Übermut. Vom Umgang mit sich selbst. Kreuz Verlag, Stuttgart 1985, S, 145. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.
  • Eugen Drewermann: Wir sind hier, Nein zu sagen – Rede zur Demonstration vor dem Bundespräsidialamt (13.12.2014). In: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2015, S. 182.






4 Kommentare
2022-12-13 22:26:55

Hallo lieber Klaus

Mat 5,39 Widersteht nicht dem Bösen und Röm 12,21 lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten ... und manchmal bleibt aber nur die Option sich zu schützen, indem man flieht und die Nachfolge verweigert ... Es gilt für alle: Hüte dich vor starken Gefühlen von Wut|Hass und Stolz aber auch von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, geschürt durch Gräben, die man beginnt geistig immer Tiefer auszuheben, bis man selbst nicht mehr aus ihnen herausgelangt.
2022-12-14 00:18:04
Hallo Pneuma,

ich stimme den biblischen Aussagen voll zu. Ich vermute, du meinst mit "die Nachfolge verweigern", sich Befehlen oder dem allgemeinen Mainstream zu widersetzen. Es ist immer die Frage, wem man nachfolgt: Jesus oder einem anderen.
2022-12-15 09:11:25
Guten Morgen, ja, die Aussagen stimmen heute mehr denn je;)

Schönes Fest

Madlen
2022-12-15 10:02:22
Danke und ebenfalls gesegnete Festtage!
Klaus

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