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Hoffnung in Zeiten des Krieges |63

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 4 Dezember 2022

Das Volk, das noch im Finstern wandelt
bald sieht es Licht, ein großes Licht.
Heb in den Himmel dein Gesicht
und steh und lausche, weil Gott handelt.

Die ihr noch wohnt im Tal der Tränen,
wo Tod den schwarzen Schatten wirft:
Schon hört ihr Gottes Schritt, ihr dürft
euch jetzt nicht mehr verlassen wähnen.

Er kommt mit Frieden. Nie mehr Klagen,
nie Krieg, Verrat und bittre Zeit!
Kein Kind, das nachts erschrocken schreit,
weil Stiefel auf das Pflaster schlagen.

Die Liebe geht nicht mehr verloren.
Das Unrecht stürzt in vollem Lauf.
Der Tod ist tot. Das Volk jauchzt auf
und ruft: "Uns ist ein Kind geboren!"

Man singt: "Ein Sohn ist uns gegeben,
Sohn Gottes, der das Zepter hält,
der gute Hirt, das Licht der Welt,
der Weg, die Wahrheit und das Leben."

Noch andre Namen wird er führen:
Er heißt Gottheld und Wunderrat
und Vater aller Ewigkeit.
Der Friedefürst wird uns regieren!

Dann wird die arme Erde allen
ein Land voll Milch und Honig sein.
Das Kind zieht als ein König ein
und Davids Thron wird niemals fallen.

Dann stehen Mensch und Mensch zusammen
vor eines Herren Angesicht,
und alle, alle schaun ins Licht,
und er kennt jedermann mit Namen.

Jürgen Henkys


Das Volk im Finstern, vor allem die Ukraine, aber auch alle anderen Völker, die unter den Folgen des Krieges Hunger und Not leiden – sie dürfen ein großes Licht erwarten, wo jetzt nur Finsternis ist. Sie dürfen schon jetzt auf die Schritte Gottes lauschen, der in der Finsternis an ihrer Seite ist und für sie handelt.

So wird im Tal der Tränen, dort, wo der Tod seine schwarzen Schatten wirft, der Gott des Lebens wahrgenommen mitsamt der Zukunft, die er bringt: kein Krieg, keine ängstlich schreienden Kinder, kein Klagen und Weinen, sondern ewiger Friede und eine Liebe, die nicht mehr verloren geht, der Tod des Todes.

Ein Kind, zum guten Hirten herangewachsen, der Sohn Gottes ist der Gott des Lebens. Er hält das Zepter schon jetzt in der Hand. Das heißt: Er regiert, wenn auch bekämpft und bestritten. So ist er der Friedefürst erst im Verborgenen.

Aber er handelt schon jetzt und schreitet unaufhaltbar voran auf dem Weg in das unbestrittene Reich des Friedens. Und kein Mensch aus allen Völkern dieser Erde, kein Mensch, der seinem Rufe folgt, und wohne er im tiefsten Tal der Tränen, muss sich noch verlassen fühlen.


Quelle: Evangelisches Gesangbuch der Ev. Kirche im Rheinland, der Ev. Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche, Gütersloh 1996, Nr. 20.





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