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Hoffnung in Zeiten des Krieges |57

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 17 Oktober 2022

Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat. Es gilt nur noch das, und nur dieses Eine ist wirklich ernst: Jesus ist Sieger. Ein Ernst, der daran vorbei zurückblicken wollte wie Lots Weib*, ist nicht christlicher Ernst. Mag es dahinten brennen – und wahrhaftig, es brennt – aber nicht auf das haben wir zu schauen, sondern auf das andere: dass wir eingeladen sind und aufgerufen, den Sieg der Herrlichkeit Gottes in diesem Menschen Jesus ernst zu nehmen und uns seiner zu freuen. Dann dürfen wir in der Dankbarkeit leben und nicht in der Furcht.

Karl Barth


Ein Jahr nach Kriegsende, im Sommer 1946, wurden diese Worte gesprochen. Der Krieg mit seinen Gräueln war noch vor Augen.

"Die meisten Menschen im heutigen Deutschland haben je in ihrer Weise und an ihrem Ort fast über die Maßen viel mitgemacht und durchgemacht. Das war auch meinen Bonner Studenten anzumerken. So waren sie mir mit ihren ernsten Gesichtern, die das Lächeln erst wieder lernen mussten, nicht minder eindrucksvoll, als ich ihnen als [...] Fremder merkwürdig sein musste."

Diesen Menschen mit ihren ernsten Gesichtern, die erfahren hatten, was es heißt, im Krieg zu leben, so dass es keine Sieger gab, sondern nur Besiegte – diesen Menschen wird zugerufen: "Jesus ist Sieger."

Wenn Jesus Sieger ist,
dann hat der Krieg keine letzte Macht über uns;
dann gibt es auch für tragische Gesichter Hoffnung;
dann wird vor allem anderen ernst genommen nicht das gegenwärtige Brennen, sondern die
   kommende Herrlichkeit;
dann gibt es in aller Furcht die Freude und die Dankbarkeit.


* 1Mo/Gen 19,26

Quelle: Karl Barth: Dogmatik im Grundriß. Theologischer Verlag Zürich, 12. Aufl. Zürich 2017. S. 143 und S. 5. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.





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