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Hoffnung in Zeiten des Krieges |50

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 9 August 2022

Das indonesische Wort für Hoffnung heißt "Durch den Horizont hindurchsehen". Die wahre Hoffnung sieht durch die apokalyptischen Horizonte unserer Welt hindurch auf die Neuschöpfung aller Dinge im Reich der Herrlichkeit Gottes. Daraus folgt ein neues Handeln in dieser Welt. Wer im drohenden Untergang unserer Welt durch den Horizont hindurch auf die neue Welt Gottes blickt, den ergreift Hoffnung in der Gefahr, und er handelt der Hoffnung entsprechend gegen die Gefahr. Wir handeln dann im wörtlichen Sinne paradox, das heißt: gegen den Augenschein und gegen die Erfolglosigkeit, denn wir sehen in der Hoffnung mehr, als den Augen erscheint, wenn sie in die Zukunft der Welt blicken. Wir sehen dann diese unsere Welt im Reich Gottes zurechtgebracht und erlöst.

Jürgen Moltmann


Hoffnung hat, wer mehr sieht als das, was vor Augen ist.

Vor Augen ist oft die Apokalypse, die Ohnmacht, die Zerstörung, der Tod. Wer sich nicht auf diesen engen Horizont beschränkt, sondern durch ihn hindurchblickt in die Weite des Wirklichen, sieht Gottes Neuschöpfung aller Dinge: eine zurechtgebrachte und erlöste Welt im Reich Gottes.

Wer diese zurechtgebrachte und erlöste Welt, diese Zukunft, schon jetzt sieht, der kann nicht weiterleben wie bisher. Er wird so zu leben versuchen, dass unsere gegenwärtige Welt dieser zukünftigen Welt schon jetzt soweit wie möglich nahekommt.

Hoffnung lebt nicht vom jetzt Sichtbaren, sondern vom noch nicht Sichtbaren, aber nicht weniger Wirklichen. Wirklich ist, was Gott geschaffen hat und was er aus dem Geschaffenen in Zukunft neuschaffen wird.

So steht nicht nur am Anfang, sondern auch am Ende: Schöpfung.







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