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Hoffnung in Zeiten des Krieges |44

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 28 Juni 2022

Die Bibel sagt uns, wer der Mensch ist. Er ist das gefallene Geschöpf Gottes, nicht fähig, sich selbst zu erlösen, aber der Verheißung teilhaftig, durch Jesus Christus erlöst zu werden.

Damit ist der Christ zur einen Seite davor bewahrt, etwa im Staat oder in ethischen oder technischen Entwicklungen die Wegbereiter zu einem Paradies der Gerechtigkeit oder des ewigen Friedens zu sehen. [...]

Damit ist der Christ zur anderen Seite davor bewahrt, einen Mitmenschen abzuschreiben. Es gibt kein menschenunwürdiges Menschenleben, das wir auslöschen dürften. Es gibt keinen Leugner Jesu Christi, dem wir, etwa aus politischer Gegnerschaft, die Bezeugung Jesu Christi versagen dürften. Christus ist auch nicht gegen Karl Marx oder gegen die Bolschewisten, sondern für sie wie für uns alle gestorben. Darum darf es keine christlichen Fronten (etwa in Parteien oder Gewerkschaften) gegen andere geben.

Gustav Heinemann


Wir können uns nicht selbst erlösen, können keinen ewigen Frieden schaffen. Nicht einmal einen zeitlichen Frieden zu schaffen sind wir in der Lage.

Weil wir, wie alle anderen Menschen auch, der Erlösung durch Jesus Christus bedürfen, sollen wir uns über keinen Menschen erheben und ihn abschreiben oder gar auslöschen. Fronten sollen nicht gebildet werden, weil wir alle gleichermaßen erlösungsbedürftig sind.

Dass es dennoch immer wieder nötig ist, Fronten zu bilden, ist der Existenz des Bösen in der Welt geschuldet. Doch wir gehen einer erlösten Welt entgegen, in der es diese Fronten nicht mehr geben wird.

Darum ist die Erlösung durch Jesus Christus unsere Hoffnung. Und diese Hoffnung soll unser Handeln schon jetzt prägen, indem wir vorhandene Fronten, soweit es irgend möglich ist, abbauen.


Quelle: Nachtgedanken. Späte Einsichten mit Hans-Joachim Kuhlenkampff. Herausgegeben von Jürgen Lehmann. F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 2. Aufl. München / Berlin 1987. S. 245. Dort zitiert nach: Gustav W. Heinemann: Im Schnittpunkt der Zeit. Reden und Aufsätze. Verlag Stimme der Gemeinde, Darmstadt 1957. S. 76ff.





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