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Hoffnung in Zeiten des Krieges |30

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 22 April 2022

Der Zukunft zu gedenken im Sinne des Gebotes Christi heißt sich einer Tat Gottes zu unterwerfen. In der alten Sprache heißt das „den Weg des Herrn bereiten" [Jes 40,3; Mt 3,3; Joh 1,23]. Nicht im Wege stehen. Nicht hoffen auf und nichts investieren in eine Zukunft, die von dieser Welt ausgeheckt wurde. Nachdem diese sogenannte Zukunft – sofern sich die Welt überhaupt eine Zukunft gönnt – einfach die Erweiterung des dunklen Füllhorns der Greuel ist, die allen Ernstes geplant und eingerichtet werden – immer schlimmere Waffen, eine immer ärger missbrauchte Erde: ein tödliches Wüten!

Manchmal können wir nur dastehen und uns auf Ihn verlassen. [...] Manchmal schreien wir: Wer kann in einer solchen Welt Frieden machen? Wir schreien: Wenn doch nur die Friedensstifter in Scharen aufstehen würden, wenn doch nur das Beste in uns, unsere besten Instinkte, unsere meist verleugnete Liebe sich erheben würde, wenn Scharen des Friedens statt der Soldaten von den Panzersperren sprängen!

Aber das sind bloß Träume, Ereignisse, die jenseits unserer Macht liegen. [...] Die Wahrheit in unserer bösen Lage ist eine andere: Ohne Gottes Eingreifen bleiben wir, wo wir sind – festgefahren. [...] Wir haben nämlich etwas vergessen – es ist peinlich und äußerst verwirrend, sich das einzugestehen –, was eine echte Vision fordert: das Reich Gottes, das Reich des Friedens ist das Reich des Gekreuzigten.

Auf dieses Reich laufen nur wenige zu. Ja, seufzend und mit halbem Herzen gehen einige darauf zu.

Daniel Berrigan


Es gibt eine Zukunft. Nicht die Zukunft, die von dieser Welt ausgeheckt wurde. Nicht die immer schlimmeren, immer schwereren Waffen. Kein tödliches Wüten. Nicht die Erweiterung des Vergangenen, sondern etwas grundlegend Neues.

Wir können diese Zukunft nicht schaffen. Aber wir können uns auf Gott verlassen – auf Sein Eingreifen mitten im tödlichen Wüten.

Diesem Eingreifen Gottes können wir uns unterwerfen, indem wir Ihm nicht im Wege stehen. Dazu mag auch das Leiden gehören. Denn der Weg führt durch das Reich des Gekreuzigten.

Vielleicht nur seufzend, nur mit halbem Herzen gehen wir diesen Weg. Aber mit der Vision echter Zukunft im Herzen.


Quelle: Daniel Berrigan: Zehn Gebote für den langen Marsch zum Frieden. Kreuz-Verlag, Stuttgart 1983. S. 104.





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