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Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tod?

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Veröffentlicht von in Theologie verständlich · 23 Oktober 2024
Tags: EwigkeitOsternLebenParadiesHoffnung

Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tod?
Biblische Bilder vom ewigen Leben
Klaus Straßburg | 23/10/2024

In der amerikanischen Science Fiction-Serie "The 100" äußern die Freunde einer soeben verstorbenen Person regelmäßig den Wunsch: "Mögen wir uns wiedersehen!"

Offenbar ist es auch in unserer weitgehend christentumsfremden Kultur eine tief verwurzelte Sehnsucht, dass die Beziehung zu Angehörigen und Freunden den Tod überdauern möge und man sich nach dem Tod wiedersieht.

Die wissenschaftliche Theologie tut sich schwer damit, diese Sehnsucht aufzugreifen. Viele Theologinnen und Theologen äußern sich nicht dazu oder lehnen eine Auskunft in dieser Sache ab. Sie begründen das damit, dass ein Wiedersehen eine zu konkrete Vorstellung von dem sei, was wir Leben nach dem Tod nennen. Dieses Leben übertreffe alle unsere Vorstellungen, wird dann gesagt. Dennoch gibt es auch Forschende, die ein Wiedersehen nach dem Tod ausdrücklich zur Sprache bringen.

Ich denke, man kann anhand der biblischen Texte eine Aussage zu einem Wiedersehen nach dem Tod machen. Man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass das ewige Leben all unsere Vorstellungsmöglichkeiten überschreitet und wir nur in Bildern davon sprechen können. Diese Bilder sind zwar nicht bedeutungslos, aber unzulänglich. Dies vorausgeschickt versuche ich, eine biblische Antwort darauf zu geben, ob es ein Wiedersehen nach dem Tod gibt.


1. Leibliches Leben

Die Evangelien erzählen, dass Jesus nach seinem Tod am Kreuz seinen Jüngerinnen und Jüngern erschienen ist. Auch wenn man diese Erscheinungen nicht so versteht, dass der am Kreuz gestorbene Jesus  hier physisch begegnete, sondern wenn man meint, dass es sich nur um psychische Erlebnisse seiner Jüngerinnen und Jüngern handelte, wird man den Erscheinungen schwerlich jede theologische Bedeutung absprechen können. Dann aber lässt sich Folgendes feststellen:

Jesus begegnete seinen Jüngerinnen und Jüngern in leiblicher Gestalt, so dass sie ihn als ihren gekreuzigten Herrn erkennen. Die Nägelmale seiner Kreuzigung waren an diesem Leib sichtbar (Lk 24,39; Joh 20,25.27), und das Lukasevangelium erzählt, dass Jesus vor den Augen seiner Jünger gegessen hat (Lk 24,43).

Dennoch war sein Auferstehungsleib offenbar von anderer Art als sein irdischer Leib. So erzählt das Johannesevangelium, dass Jesus durch verschlossene Türen zu den Jüngern trat (Joh 20,19.26). Außerdem wird mehrmals erzählt, dass Jesus von Jüngern bzw. von Maria Magdalena nicht erkannt wird (Lk 24,16; Joh 10,14f; 21,4).

Es wird also sowohl ein Erkennen als auch ein Nichterkennen des Auferstandenen berichtet. Das könnte man so deuten, dass Jesus zwar in leiblicher Gestalt vor seine Jünger trat, aber doch nicht mit demselben Leib wie vor seinem Tod. Dementsprechend hält Paulus fest, dass Fleisch und Blut das ewige Leben nicht erhalten können, sondern verwesen werden (1Kor 15,50). Der Auferstehungsleib ist nach Paulus kein irdisch-materieller, sondern ein geistiger Leib (1Kor 15,44).

Was ein geistiger Leib genau ist, übersteigt offenbar unsere Vorstellungskraft. Deutlich ist aber, dass es nicht um ein bloßes Weiterleben der Seele nach dem Tod geht. Die Unsterblichkeit der Seele war eine von Platon entwickelte und in der Antike weit verbreitete Vorstellung. Gegenüber der menschlichen Seele hat Platon das leibliche Leben abgewertet. Diese Vorstellung wurde vom jungen Christentum ausdrücklich nicht übernommen. Die Abwertung des leiblichen Lebens, insbesondere der Sexualität, hat sich erst später im Christentum entwickelt.

Nach Paulus will Gottes Geist in unserem Leib gegenwärtig sein und ihn bestimmen (1Kor 6,19). Das wird im ewigen Leben in vollkommener Weise der Fall sein, ohne dass Gottes Geist von uns in irgendeiner Weise eingeschränkt wird. An anderer Stelle spricht Paulus deshalb davon, dass Gott "eure sterblichen Leiber lebendig machen wird durch seinen Geist, der in euch wohnt" (Röm 8,11).

Warum ist diese leibliche Dimension des ewigen Lebens so wichtig? Weil sie unser irdisch-leibliches Leben ernst nimmt und jeder Spiritualisierung widerspricht. Unser irdisches Leben wird sich nicht in irgendwelche Lichtenergien auflösen, wie es am Ende der schon erwähnten Serie "The 100" mit den Menschen geschieht. Sondern unser ganzes irdisches Leben in all seiner Vergänglichkeit, für die unser der Verwesung preisgegebene Leib steht, wird in ein neues unvergängliches Leben mit einem unvergänglichen Leib verwandelt werden.

In ähnlicher Weise spricht die Bibel von einer neuen Schöpfung. Das neue Leben ereignet sich nicht einfach im Himmel, sondern auf einer neuen Erde unter einem neuen Himmel (Jes 65,17; 66,22; 2Petr 3,13; Offb 21,1). Und als Ort der Gemeinschaft mit Gott wird nicht der Himmel angegeben, sondern eine Stadt: das neue Jerusalem, das von Gott her auf die neue Erde herabkommt (Offb 21,3).

All diese materiellen Vorstellungen der Bibel sind Bilder, die uns ein ansatzweises Verstehen ermöglichen sollen. Dennoch dürfen wir den neuen Leib, die neue Erde, das neue Jerusalem und den neuen Himmel nicht mit den entsprechenden irdischen Größen gleichsetzen. Aber wir dürfen das neue Leben auch nicht mit Lichtfunken, Geistkräften oder Seelenenergien identifizieren. Würde das ewige Leben in ihnen bestehen, dann gäbe es kein Wiedersehen. Ziel der biblischen Aussagen ist nicht eine abstrakte spirituelle Energie, sondern die konkrete Liebesgemeinschaft zwischen Gott und seinen Geschöpfen (Offb 21,3f).


2. Gemeinschaftsleben

Das Leben nach dem Tod ist ein Leben bei Jesus und zusammen mit ihm. Das setzt ein Wiedersehen der Jüngerinnnen und Jünger mit Jesus voraus. Und auch wenn Jesus davon spricht, dass er im Reich Gottes wieder mit seinen Jüngern Wein trinken wird (Mt 26,29), setzt das ein Wiedersehen voraus.

Es geht also im Gemeinschaftsleben nach dem Tod vor allem um das Zusammensein mit Gott und Jesus und erst zweitrangig um das Zusammensein mit anderen Menschen. Vorzeichen und unvollkommene Vorwegnahme dieses Zusammenseins ist die Tischgemeinschaft, die Jesus mit seinen Jüngerinnen und Jüngern gehalten hat (Lk 22,14-16; Offb 19,9.17; Jes 25,6-8). Das Abendmahl bzw. die Eucharistiefeier sollte deshalb von der Auferstehung her verstanden und als Freudenmahl gefeiert werden.

Das ewige Zusammensein mit Gott und Jesus ist also zugleich das ewige Zusammensein mit den auferweckten Glaubenden. "So werden wir allezeit beim Herrn sein", schrieb Paulus der Gemeinde in Thessaloniki (1Thess 4,17b). Das kann auch nicht anders sein. Denn wir sind als Menschen, also auch in unserem Christsein, keine Einzelwesen, sondern zu unserer Identität gehören unsere Mitmenschen, also auch die anderen Glaubenden, unter denen wir uns bewegen. Wenn ich im Auferstehungsleben mit meinem irdischen Leben identisch bin, können meine irdischen Beziehungen zu den anderen auferweckten Glaubenden nicht ausgelöscht sein. Wir werden in eine neue Gemeinschaft auferweckt.

In diese Richtung weist auch die Bitte der Jünger Jakobus und Johannes, im ewigen Leben neben Jesus sitzen zu dürfen. Sie wünschen sich eine besondere Nähe zu Jesus (Mk 10,37). Jesus weist sie darauf hin, dass es allein Gott obliegt, jemandem diese Nähe zu gewähren (Mk 10,40). Vorausgesetzt ist dabei, dass es eine neue Gemeinschaft zwischen den Auferweckten geben wird und dass diese neue Gemeinschaft auch Unterschiede beim Zusammensein mit Gott beinhaltet.

Für ein Wiedersehen nach dem Tod spricht auch das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. Der reiche Mann, so erzählt Jesus, erblickt nach seinem Tod aus der Ferne des Totenreichs Abraham und kann sogar mit ihm kommunizieren (Lk 16,23-25). Das ist bemerkenswert, da er Abraham ja gar nicht aus seinem Erdenleben kannte. Es muss also im Auferstehungsleben ein Erkennen und Begegnen sogar zwischen solchen möglich sein, die sich auf Erden niemals begegnet waren.

Schließlich ist noch der Brief des Paulus an Philemon zu nennen, in dem der Apostel dem Philemon nahelegt, seinen entlaufenen und zurückkehrenden Sklaven Onesimus nicht mehr vorrangig als Sklaven, sondern als Bruder im Glauben aufzunehmen und auch entsprechend zu behandeln. Als solchen Bruder wird er ihn "auf ewig" behalten, schreibt Paulus (Phlm 15f). Damit ist gesagt, dass es im ewigen Leben ein Wiedersehen zwischen Philemon und Onesimus geben wird.


3. Verwandlung des irdischen Lebens

Die Frage nach dem Wiedersehen im ewigen Leben hängt auch damit zusammen, inwieweit Identität und Nichtidentität zwischen dem irdischen Leben und dem ewigen Leben besteht. Wenn Paulus schreibt, dass das sterbliche Leben "die Unsterblichkeit anziehen" wird (1Kor 15,53), dann wird durch dieses Bild deutlich, dass das irdische Leben durch das ewige Leben nicht ausgelöscht, sondern "überkleidet" wird. Es tritt also kein anderes Leben an die Stelle des irdischen Lebens. Das wäre nämlich keine Auferweckung, sondern der Beginn eines anderen Lebens.

Auferweckung ist Anknüpfung an das irdische Leben. Dieses wird nicht vernichtet, sondern verwandelt (1Kor 15,52); und zwar so, dass Jesus Christus "unseren Leib der Niedrigkeit seinem Leib der Herrlichkeit gleichgestalten wird" (Phil 3,21). Aus dem niedrigen, sterblichen Leib wird also ein herrlicher Leib. Christi Auferweckung ist dabei das Vorbild: Es geschieht eine umfassende Umgestaltung und Verklärung des vorangehenden irdischen Lebens. Dabei wird der Mensch mit Gott versöhnt und geheilt (2Kor 5,19; Jes 53,5), und seine irdische Lebensgeschichte wird zurechtgebracht, zu ihrem Ziel gebracht und vollendet (Phil 3,14; 1Petr 1,9).

Wenn aber die Identität des Verstorbenen nicht ausgelöscht, sondern vollendet wird, dann bleiben die Merkmale seiner Person erhalten und werden von ihren negativen Anteilen befreit. Die negativen Anteile seines Lebens werden ausgelöscht oder in positive verwandelt – so, wie der Schöpfer sie gedacht hatte. Die Lebensgeschichte eines Menschen, die Beziehungen, die zu dieser Lebensgeschichte gehören, seine Charakterzüge und Geschlechtsmerkmale bleiben in gereinigter Form erhalten. Denn der ganze Mensch stirbt, und der ganze Mensch wird zu einer vollendeten Lebensgestalt auferweckt – einer Lebensgestalt, die das irdische Leben in einer vom Negativen geheilten Form in sich trägt.

Nur dadurch, dass die Identität eines Menschen erhalten bleibt, wird ein Wiedererkennen möglich und ein Wiedersehen sinnvoll. Andernfalls würden wir im Auferstehungsleben lauter Fremden begegnen. Würde die Identität ausgelöscht, so wäre der auferweckte Mensch ein anderer als der gestorbene. Ein anderes Geschöpf wäre entstanden. Auferweckung ist aber keine Erschaffung eines anderen Geschöpfes, sondern die Verwandlung eines gestorbenen Geschöpfes, das Gott bei seinem Namen ruft und dessen Identität er dadurch wahrt: "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jes 43,1).


4. Erfüllung aller Sehnsüchte

Die Verwandlung eines Menschen ist weder ein totaler Bruch mit seinem irdischen Leben noch dessen einfache Fortsetzung. So ist die natürliche Verwandtschaft, die uns im Erdenleben vielleicht sehr wichtig ist, für Jesus nicht das Entscheidende. Wichtiger sind für ihn diejenigen, die Gottes Willen tun. Sie nennt er seine Familie (Mk 3,35). Deshalb hat das Wiedersehen mit der vollendeten weltweiten Gemeinde der Glaubenden Vorrang vor dem Wiedersehen mit Verwandten und Freunden.

Das gilt dann auch für die engsten irdischen Beziehungen, nämlich die zwischen Ehepartnern. Jesus weist darauf hin, dass im Auferstehungsleben nicht geheiratet wird und dass die Auferweckten wie Engel sein werden (Mk 12,25). Damit ist zunächst gesagt, dass es das Institut der Ehe nicht mehr geben wird. Das Institut der Ehe ist, wie Martin Luther es ausdrückte, "ein weltlich Ding" – eine durch und durch irdische Angelegenheit.

Aber wie ist Jesu Hinweis auf die Engel zu verstehen? Im Judentum zur Zeit Jesu glaubte man, dass die Toten nach der Auferstehung zu Engeln werden. Daran knüpft Jesus an. Die Engel leben nach damaliger jüdischer Vorstellung nicht in geschlechtlicher Polarität. Sie essen und trinken nicht und haben keine Frauen.

Man kann aus Jesu Wort schließen, dass unsere vitalen Grundbedürfnisse – essen, trinken, Gemeinschafts- und Geschlechtsleben – im ewigen Leben erfüllt sein werden und nicht mehr der dauernden aktiven Erfüllung bedürfen. Damit ist nicht gesagt, dass die Geschlechtlichkeit, die zur fundamentalen Identität unseres Erdenlebens gehört, und die mit unserer Geschlechtlichkeit zusammenhängenden personalen Eigenschaften verschwunden sein werden. Aber die unser Erdenleben stark bestimmende Polarität zwischen Mann und Frau und der damit zusammenhängende Eros, die unerfüllte Sehnsucht und die immer neu erst zu schaffende Erfüllung dieser Sehnsucht, werden keine Rolle mehr spielen. Die entscheidende Rolle im Auferstehungsleben spielt die versöhnte Beziehung zu Gott bzw. Jesus.

Das heißt wiederum nicht, dass alle irdischen Beziehungen und Freundschaften ausgelöscht sein werden. Wie bereits bemerkt, werden wir denen, die auf Erden Gottes Willen getan haben und die zur "Familie Jesu" gehören, im Auferstehungsleben begegnen. Diese Begegnungen werden aber frei von allen unerfüllten Bedürfnissen sein. Das Wiedersehen wird also ein erfülltes und versöhntes sein. Und dieses versöhnte Wiedersehen wird es nicht nur mit "unseren Lieben" geben, sondern auch mit den Ungeliebten.

Man kann es bedauern, dass es im Auferstehungsleben keine erotischen Bedürfnisse mehr geben wird. Andererseits kann es eine Befreiung sein, wenn Sehnsüchte immer schon erfüllt sind und nicht erst ständig neu gestillt werden müssen. Jedenfalls werden wir in einer so großen Lebensfülle existieren, dass sogar alle Leiden, die wir auf Erden zu ertragen hatten, überhaupt keine Bedeutung mehr haben werden (Röm 8,18). Dann werden doch wohl auch alle nach Erfüllung schreienden irdischen Bedürfnisse keine Bedeutung mehr haben.

Abschließend möchte ich nochmals betonen: Dies alles sind Versuche des Verstehens. Es sind unzulängliche Bilder vom ewigen Leben. Dieses Leben wird alle unsere Vorstellungen übertreffen. Aber die unzulänglichen Bilder zeigen uns dennoch, wohin die Reise geht – und wohin sie nicht geht. Wir sollten nicht unkritisch konkrete Aussagen über das Auferstehungsleben machen. Wir sollten aber auch nicht alle konkreten Vorstellungen darüber rundweg ablehnen.

Wie Jesus und die Verfasser der biblischen Schriften, dürfen auch wir in Bildern vom Leben nach dem Tod reden. Aber wir sollten uns das Bewusstsein bewahren, dass all unsere Erkenntnisse auf Erden Stückwerk bleiben und dass wir erst im Angesicht Gottes vollkommen erkennen werden, wie es wirklich ist (1Kor 13,12).


* * * * *


Verwendete Literatur:
  • Paul Althaus: Die christliche Wahrheit. Lehrbuch der Dogmatik. Carl Bertelsmann Verlag. 4. Aufl. Gütersloh 1958. S. 664.
  • Wilfried Härle: Dogmatik. Walter de Gruyter. 2. Aufl. Berlin/New York 2000. S. 645-649.
  • Ulrich H.J. Körtner: Dogmatik. Lehrwerk Evangelische Theologie Band 5. Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2018. S. 641f.
  • Hans-Joachim Kraus: Systematische Theologie im Kontext biblischer Geschichte und Eschatologie. Neukirchener Verlag. Neukirchen-Vluyn 1983. S. 560-565.
  • Ulrich Kühn: Was Christen glauben. Das Glaubensbekenntnis erklärt. Evangelische Verlagsanstalt. 2. Aufl. Leipzig 2004. S. 204-206.
  • Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Christian Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1995. S. 87f.92-96.
  • Eduard Schweizer: Das Evangelium nach Markus. Das Neue Testament Deutsch Teilband 1. Vandenhoeck & Ruprecht. 9. Aufl. Göttingen/Zürich 1989. S. 135f.

Bild: Klaus Straßburg.




4 Kommentare
Johanne
2024-11-03 14:10:59

Wahre und Unwahre Frömmigkeit

Lieber Klaus,
wir können (!) uns für den Geist Gottes öffnen. Irgendwann, dann wenn Christus es will, erhalten wir den Geist. Dann stehen wir möglicherweise formal allein innerlich sind wir verbunden sowohl mit Christus, als auch mit jedem (!) der glaubt, mit dem Geist lebt oder um den Geist bittet!

Den Menschen erkennen nach besten Wissen und Gewissen, dafür erhielten wir unseren Verstand und uns selbst ERKENNEN.

Artikel: Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Ich halte er für möglich, allerdingst sehe ich das nicht als Vorbedingung des Glaubens.
Grüße Johanne
2024-11-03 15:50:09
Liebe Johanne,

du sprichst in deinem Kommentar zwei Themen und zwei Artikel von mir an. Zum ersten Teil: Ich würde nicht sagen, dass wir uns aus eigener Kraft für Gottes Geist öffnen können, wie Paulus schreibt: "Schaffet, dass ihr selig werdet [...]. Denn Gott ist es, der in euch beides wirkt, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen" (Phil 2,12f, Luther). Ich schließe daraus, dass unser Wollen des Heils (des Seligwerdens) und unser dementsprechendes Handeln von Gott in uns bewirkt werden und dass wir es nur deshalb "schaffen" können. Wir können uns das Heil also nicht selber verschaffen. Das wäre nach Luther "Werkgerechtigkeit". Was wir aber können, ist, uns für das Wirken des Geistes zu verschließen (den Geist "betrüben" oder "dämpfen"; Eph 4,30; 1Thess 5,19) - und das passiert dann ja auch oft genug. Ich denke also, dass von uns selber nur das Negative, das Verschließen, ausgehen kann und dass das Positive, das Öffnen, je und je von Gott ausgeht dann, wenn er es will.

Dabei beinhaltet das Wirken des Geistes immer auch eine selbstkritische Sicht auf uns selbst und unseren Glauben.

Zum zweiten Teil: Das Leben nach dem Tod ist für mich ein wesentlicher Teil des christlichen Glaubens, weil es ein Bestandteil der Liebe Gottes zu uns ist, dass er nicht nur zu unseren Lebzeiten auf Erden, sondern in Ewigkeit mit uns zusammen sein will. Jesu Auferstehung zeigt ja, dass der Tod nicht das letzte Wort spricht. Und Paulus äußert sich in 1Kor 15 ausführlich zu diesem Thema, z.B. in Vers 16-19: "Wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, ihr seid noch in euren Sünden; als sind auch die in Christus Entschlafenen verloren. Haben wir in diesem Leben auf Christus nur gehofft, so sind wir bemitleidenswerter als alle [anderen] Menschen." Und zwar deshalb, weil wir (im Gegensatz zu den meisten Juden und Heiden zur Zeit des Paulus, die immerhin an ein Leben nach dem Tod glaubten) unsere Hoffnung dann nur auf dieses irdische Leben setzen und darüber hinaus keine Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben haben.

Es ist sicher nicht leicht, an ein Leben nach dem Tod zu glauben, aber auch diesen Glauben kann Gottes Geist in uns erwecken. Wir dürfen ihn auch gern darum bitten.

Viele Grüße
Klaus
Dennis
2024-11-15 04:05:38
"Irgendwann, dann wenn Christus es will, erhalten wir den Geist".

Den erhält jeder, der das Evangelium des HERRN Jhesu Christi glaubt und bekennt, dass Jhesus der HERR, nämlich der HERR aller Herrn, der Christus, nämlich der König aller König, und der Sohn Gottes ist, darum dass Gott der Vater ein Mensch ward.

Wer an Seinen Namen und Seinen Tod und Seine Auferstehung von den Toten glaubt, der empfängt auch Seinen Heiligen Geist.
2024-11-15 11:46:44
Ich denke, es ist eher umgekehrt: Nur wer den Heiligen Geist empfängt, kann an Jesus Christus glauben (Mt 16,17; 1Kor 12,3).
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