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Ein Gleichnis für das Paradies

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie kompakt · 18 August 2020
Tags: GotteserfahrungGlückGleichnisSchöpfungNaturParadies

T h e o l o g i e   k o m p a k t
Ein Gleichnis für das Paradies
Klaus Straßburg | 18/08/2020

Setz dich auf einen Sonnenplatz im Wald oder in einem Park, auf eine Wiese, auf deinen Balkon oder in den Garten.

Fühle die wärmende Sonne auf deiner Haut. Spüre den kühlenden Wind, der dich streichelt. Lausche dem vielstimmigen Gesang der Vögel. Sieh die unzähligen Grüntöne in der Natur, die bunten Farbtupfer der Blumen. Blicke nach oben zu den weißen Wolken am blauen Himmel und zu den Vögeln, die über den Himmel ziehen. Und denke: So fühlt es sich an, im Paradies zu sein.

Die Schöpfung um dich herum wird dir zum Gleichnis für das Paradies. Das griechische Wort parádeisos heißt eigentlich „Garten, Park". Daher kommt unser Wort „Paradies". Gott hat uns einen Garten geschaffen zu unserer Freude.

Lass dich nicht stören in deiner Freude an Gottes Garten. Denke nicht an das Leiden und Sterben, das es in diesem weltlichen Garten gibt. Denke nicht an die Probleme, die dein Leben belasten. Alldem sollen wir nicht zu viel Beachtung schenken. Es will uns nur ablenken davon, den Garten zu sehen und zu fühlen, den Gott uns geschenkt hat.

Gottes Garten ist da. Und du bist da, mittendrin. Der Garten ist für dich da und du bist für den Garten da. Und alles ist aufgehoben, geborgen im Schöpfer des Gartens. „Von guten Mächten wunderbar geborgen ..."

Manchmal hat der Garten eine andere Gestalt. Dunkle Wolken ziehen über ihn und schütten ihre Nässe über ihm aus. Der kühlende Wind hat sich in einen tosenden Sturm verwandelt. Die Blüten werden hin und her gestoßen, als kämpften sie um ihr Überleben. Kein Vogel ist zu sehen und zu hören, sondern nur das mächtige Tosen der Windgewalten.

Dann stell dich ans Fenster und blicke hinaus. Oder wage dich auf den Balkon. „Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass", so sangen wir als Kinder und freuten uns am Regen. So wussten wir: Auch das ist der Garten, in dem wir geborgen sind. Gottes Garten hat viele Gesichter.

Sieh die Tropfen an den Blättern, wie sie glänzen. Der Garten spiegelt sich in ihnen. Sieh den weißen Nebel, der alles in eine geheimnisvolle Atmosphäre hüllt. Höre den Bach, der vor Freude jubelt.

Es ist ein Segen, wenn es regnet und die Luft in Bewegung gerät. Es muss so sein in diesem Garten. Keine Feuchtigkeit, kein Luftaustausch, keine Bewegung – das wäre der Tod.

Aber Gottes Garten lebt. Es kann eine besondere Erfahrung sein, den Regen zu hören. Oder sogar in ihm spazieren zu gehen. Das Plätschern der Tropfen zu hören. Du bist mittendrin im Segnen Gottes. Die Tropfen zerplatzen auf deinem Schirm oder deiner Kapuze. Als Kind hörte ich sie im Urlaub auf dem Dach des Zeltes zerplatzen. Und trotzdem war ich geborgen im Zelt. Das war eine wundervolle Erfahrung.

Der Garten, den du erlebst, ist nicht das Paradies. Aber er ist ein Gleichnis für das Paradies.

Das Paradies ist die Zukunft. Aber diese Zukunft bestimmt schon die Gegenwart. Wenn du den Garten erlebst und erfühlst, hat die Zukunft für dich schon ein Stück weit begonnen.

Jesus erzählte Gleichnisse wie diese:

Seht hin auf die Vögel des Himmels! Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in Scheunen. Und doch ernährt sie euer himmlischer Vater. (Mt 6,26)

„Seht hin", das meint: Richtet euer Augenmerk darauf. Seht wirklich hin und lasst euch nicht ablenken. Seht mit den Augen des Geistes.

Wenn ihr so seht, dann seht ihr, was Gott der Vater für euch tut.

Merkt auf die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht ab und spinnen nicht. Ich sage euch aber: Nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit hat sich angezogen wie eine von diesen. (Mt 6,28f)

„Aufmerken" hängt im Griechischen zusammen mit „lernen". Es ist kein kurzer Blick, sondern ein Beobachten und Erfahren, das Zeit und Ruhe braucht. Ruhen statt sich abmühen. Kaum zu glauben, aber gerade das schenkt dir einen Blick für etwas, was herrlicher ist als die größten Herrlichkeiten auf Erden.

Wer sich Zeit lässt, wer ruht und in der Ruhe zu lernen bereit ist, dem erschließt sich eine neue Dimension der Wirklichkeit.

Es ist eine neue Erfahrung der Wirklichkeit, die uns oft so schwer erscheint: eine Erfahrung, die das Schwere leichter werden lässt.

Jesus lebte in dieser Wirklichkeit. Der Garten wurde ihm zum Gleichnis für das Reich Gottes. Für das Herrschen Gottes in unserer Welt.

Darum hat der Garten heilende Kraft. Er setzt dem Schweren das Leichte entgegen. Wenn du den Garten zu dir sprechen lässt, kannst du selbst leicht werden.

Vielleicht sogar so leicht wie die Vögel des Himmels.


* * * * *




5 Kommentare
Bashir Wared
2020-08-19 11:53:59
Vielen Dank
Dipl.Ing Bashir Wared
Afghanischer Kulturverein e.V
Islamwissenschaftler
Bashir Wared
2020-08-19 11:56:15
Gott sei mit euch
2020-08-19 17:21:00
Ich danke sehr für die Rückmeldung. Gott segne auch Sie.
elke schweisfurth
2020-08-25 17:35:59

ich danke dir lieber klaus für diesen beitag.
ich kann mich nur anschliesen an deiner aussage zur gottes schönen schöpfung. das sind auch meine gedanken zur ewigkeit die wir bei gott irgendwann auch erhalten.
wo ich auch von fest überzeugt bin. die liebe und die knade gottes.
das wir alle erlöst sind in liebe und hoffnung, wo von du auch immer sprichtst in deinen theologischen überzeugungen und glauben.
In der theosophie wird von einen entlosen einer vollkommenheit gelert, wenn man das göttliche erreichen möchte, wenn man dahin gelangen möchte. Was leider nicht jeder schaft dieses verlangen der theosophie.
da denke ich schon das die christliche leere schon humaner ist als dietheosophische leere.
Humanes denken und die nägsten liebe kann nur zur hoffnung einer zufriedenheit bringen.


2020-08-25 22:41:16
Hallo Elke,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich finde es auch humaner, wenn der Mensch aus Gnade erlöst wird und nicht aufgrund seiner Leistungen. Das Letzte macht nur Stress und erzeugt Leistungsdruck. Den gibt es in unserem Glauben nicht. Denn der Himmel ist ein Geschenk Gottes, trotz unserer Unvollkommenheit.
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