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Der Jüngste Tag: Vernichtung und Vollendung

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Der Jüngste Tag: Vernichtung und Vollendung
Von der Treue zur Welt und der Vorfreude auf ihr Ende
Klaus Straßburg | 16/11/2024

An den Jüngsten Tag denken wir nicht gern, weil uns sofort ein Schreckensszenario durch den Kopf schießt: Feuer fällt vom Himmel, die Sterne geraten ins Wanken, alles Leben wird ausgelöscht. Das ist Weltuntergangsstimmung pur.

Tatsächlich kündigt die Bibel in vielen Aussagen an, dass am Jüngsten Tag die Gestalt unserer Welt zu Ende geht. Aber nicht, weil Gott uns zornentbrannt straft, sondern weil er uns zum vollkommenen Heil führen will. Und damit das Heil vollkommen sein kann, muss das Unheil beseitigt werden.

Ich will versuchen, die biblischen Aussagen zum Jüngsten Tag ernst zu nehmen und zu verstehen. Dennoch reichen all unsere Gedanken und Worte nicht aus, um das zu beschreiben, was am Jüngsten Tag geschehen wird. Aber das gilt für alle Glaubensaussagen: Unser Erkennen ist Stückwerk (1Kor 13,12) und unser Reden ein Stammeln.


1. Neuer Himmel, neue Erde, neues Jerusalem, neuer Leib

Die herkömmliche Vorstellung vom Jüngsten Tag sieht ungefähr so aus: Die ganze Schöpfung, also das Universum, und alles Leben im Universum wird vernichtet. Die Toten werden auferweckt, und diejenigen, die an Jesus Christus geglaubt haben, gehen in die Gemeinschaft mit Gott ein und werden dort ewige Seligkeit erleben. Eine Schöpfung, eine Erde ist nicht mehr nötig, weil sich das ewige Leben im Himmel abspielt.

Tatsächlich stellt das Neue Testament fest, dass das gegenwärtige Universum vernichtet wird. Jesus sagt nach Mt 24,35:

Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden gewiss nicht vergehen.

Und in 2Petr 3,10 ist zu lesen:

Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente werden sich auflösen, indem sie von Glut verzehrt werden, [...]

Den letzten Teil des Verses habe ich weggelassen, weil es für ihn zwei unterschiedliche Textvarianten gibt. Wichtig ist mir, dass hier von einem Vergehen und einer Auflösung der Elemente die Rede ist.

Es wird also nichts von unserer gegenwärtigen Welt bleiben. Muss uns das nicht in Angst und Schrecken versetzen? Man fragt sich unwillkürlich: Was kommt denn danach?

Die übliche Antwort auf diese Frage ist: Die Toten werden auferstehen, und die Glaubenden kommen in den Himmel, wo sie in ewiger Gemeinschaft mit Gott leben werden.

Das Neue Testament zeichnet aber ein anderes Bild von dem, was kommt. In der Offenbarung des Johannes ist folgende Vision der Endereignisse überliefert (Offb 21,1f):

Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann.

Es ist zunächst einmal überraschend, dass Gott offenbar nach der Zerstörung von Himmel und Erde einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird. Und nicht weniger überraschend ist es, dass als Ort des ewigen Lebens eine Stadt genannt wird, nämlich das neue Jerusalem.

Ich schließe daraus, dass das ewige Leben sich nicht einfach "im Himmel" abspielen wird, sondern an Orten, die zumindest eine Ähnlichkeit mit dem haben, was wir als Himmel, Erde und Jerusalem kennen.

Man kann natürlich der Meinung sein, dass dies alles nur Bilder oder Symbole für das sind, was wir nicht verstehen können. Aber es bleibt doch die Frage: Warum werden dann gerade diese Bilder und Symbole gebraucht? Warum ist von einem neuen Himmel, einer neuen Erde und einem neuen Jerusalem die Rede, wenn das alles überhaupt keine konkrete Bedeutung haben sollte? Warum zeigt die Vision des Johannes nicht einfach, dass die Glaubenden bei Gott oder im Himmel sein werden?

Etwas ernster möchte ich die konkreten biblischen Aussagen schon nehmen und sie nicht einfach als belanglose Bilder oder Symbole abtun. Deshalb deute ich sie so: Der Ort des ewigen Lebens wird nicht ein vollkommen unvorstellbarer Ort sein. Wir können ihn uns wie ein Leben in der Stadt Jerusalem, wie ein Leben auf der Erde und unter einem Himmel vorstellen – auch dann, wenn es immer unzulängliche Vorstellungen bleiben mögen.

Dazu passt auch, dass das Neue Testament das ewige Leben als ein leibliches Leben beschreibt. Auch das ist eine für uns ungewöhnliche Vorstellung. Viele Menschen stellen sich das ewige Leben so vor, dass unsere Seelen weiterleben, während unser Körper verfällt. Unbezweifelbar zerfällt unser Körper nach dem Tod in seine elementaren Bestandteile. Das schließt jedoch nicht aus, dass wir von Gott einen neuen Körper erhalten, der nicht mehr verwest. Paulus macht sehr deutlich, dass das ewige Leben ein leibliches Leben sein wird. Er nennt es ein Leben mit einem himmlischen oder geistlichen Leib (1Kor 15,40.44).

Was das genau sein wird, wissen wir nicht. Unsere Vorstellungskraft reicht dazu nicht aus. Mir ist aber wichtig, dass wir nicht jede Vorstellung vom ewigen Leben einfach aufgeben müssen. Und dass das ewige Leben auch Elemente enthält, die unserem irdischen Leben und unserem begrenzten Vorstellungsvermögen nicht ganz unähnlich und fremd sind.

Ich glaube also nicht, dass alles in der neuen Welt total anders sein wird als in unserer jetzigen Welt – so, wie es eine bekannte Geschichte von Mönchen erzählt, die zu dem Ergebnis kommen, dass das neue Leben total anders sein wird als all unsere Vorstellungen davon. Total anders, sagen sie, auf Latein: totaliter aliter.

Die biblischen Aussagen geben das meiner Meinung nach nicht her. Denn die Bibel redet nicht einfach davon, dass das ewige Leben sich im gänzlich Unbekannten und Unvorstellbaren abspielt.


2. Treue zur Welt

Wenn Gott uns also einen neuen Leib schenkt und wenn er uns im neuen Jerusalem auf einer neuen Erde unter einem neuen Himmel ewig leben lässt, dann kann man daraus den Schluss ziehen, dass Gott seiner ersten Schöpfung, in der wir jetzt noch leben, in gewissem Sinne treu bleibt. Er schafft ja für das ewige Leben nicht etwas komplett Anderes, sondern etwas, was mit seiner ersten Schöpfung eine gewisse Ähnlichkeit hat.

Das halte ich nicht für unwichtig. Denn wenn man glaubt, dass Gottes erste Schöpfung nach dem Jüngsten Tag komplett vergessen ist, besteht die Gefahr, in einen weltverneinenden und weltverachtenden Glauben zu verfallen. Gottes Schöpfung ist dann nichts mehr wert. Sie wird ja am Ende entsorgt. Und was am Ende entsorgt wird, dem muss man schon jetzt keine Wertschätzung entgegenbringen. Dementsprechend wird man dann auch mit Gottes Schöpfung umgehen.

Und tun wir das nicht schon in umfassender Weise? Leben wir nicht schon so, dass wir mit Gottes guter Schöpfung rücksichtslos umgehen, weil sie uns offenbar nichts wert ist – auch wenn wir uns das natürlich niemals eingestehen würden?

Der christliche Glaube ist aber alles andere als weltverneinend und -verachtend. Darum ist es entscheidend, dass Gott seiner Schöpfung treu ist und an ihr festhält. Er hält an ihr fest, indem er sich offenbar bei der Neuschöpfung an seiner ersten Schöpfung orientiert. Darum sollen auch wir dieser Schöpfung, in der wir leben, treu bleiben und sie vor dem Untergang bewahren (1Mo/Gen 2,15). Sie ist nicht zum Entsorgen geschaffen.

Aber warum vernichtet Gott dann am Jüngsten Tag überhaupt seine erste Schöpfung?


3. Vernichtung alles Lebensfeindlichen

Die erste Schöpfung ist durch die Sünde pervertiert worden. Das war nicht das Ziel, das Gott für seine Schöpfung vorgesehen hatte. Und Gott lässt sich durch die Sünde auch nicht von seinem Ziel abbringen.

Genau aus diesem Grund gibt es die Vernichtung am Jüngsten Tag. Denn zusammen mit dem Universum werden die bösen und lebensfeindlichen Mächte, die Eingang in die Schöpfung gefunden haben, vernichtet. Die gottlosen Mächte der Sünde, der Qual und des Todes werden ausgelöscht (Offb 20,10.14). Diese Vernichtung am Jüngsten Tag ist aber keine Tat eines zornentbrannten Gottes, der straft, weil Strafe eben sein muss. Sondern die Vernichtung alles Lebensfeindlichen dient dazu, eine neue Gestalt der Welt zu schaffen – eine Gestalt, in der es das Böse, Leidbringende und den Tod nicht mehr gibt (Offb 21,4; 22,3a).

Die Vernichtung der ursprünglichen Schöpfung hat also ausschließlich positive Gründe. Das Böse, Leidbringende und der Tod sind so tief in den Elementen und Strukturen der ersten Schöpfung verankert, dass nur ein radikaler Schlussstrich eine Befreiung davon möglich macht. Gott muss einen Schlussstrich ziehen und einen Neuanfang machen, um uns von den Qualen und Bosheiten dieser Welt zu erlösen.

Der Neuanfang aber ist nicht etwas total Anderes, sondern etwas der ersten Schöpfung Ähnliches. So erreicht Gott schließlich doch das Ziel, das er schon mit der ursprünglichen Schöpfung hatte.


4. Ruhe finden bei Gott

Noch ein anderer Gedanke ist in diesem Zusammenhang wichtig. Wenn wir davon ausgehen, dass am Jüngsten Tag die ursprüngliche Schöpfung zu ihrem Ziel kommt, dann bedeutet das, dass wir nicht in den Garten Eden zurückkehren, in das Paradies, in dem nach der zweiten Schöpfungsgeschichte Adam und Eva lebten (1Mo/Gen 2,4b-25). Wir gehen vielmehr in die kommende Herrlichkeit Gottes ein (Röm 8,19; 2Kor 3,11). Die ursprüngliche Schöpfung war zwar "sehr gut" (1Mo/Gen 1,31), aber das, was sie geworden ist, ist nicht identisch mit Gottes ewiger Herrlichkeit. Diese ewige Herrlichkeit war und ist aber das Ziel der Schöpfung.

Dass ewige Herrlichkeit das Ziel der ursprünglichen Schöpfung ist, dafür ist der siebente Schöpfungstag das Zeichen und die Verheißung: der Sabbat, an dem Gott von seinem Schaffen ruhte. Der Sabbat ist der einzige Tag, den Gott segnete und heiligte (1Mo/Gen 2,3). Darum besteht das Ziel der Schöpfung darin, Ruhe bei Gott zu finden – ansatzweise schon jetzt in dieser Welt und vollkommen in der neuen Schöpfung (Jes 66,22f; Hebr 4,9).

Worin besteht dann der Unterschied zwischen ursprünglicher Schöpfung und Neuschöpfung? In der Neuschöpfung wird Gott überall unangefochten gegenwärtig sein – nicht mehr nur dort, wo Gott seinen Geist ausgießt und wir diesen Geist wirken lassen. Gott wird vielmehr Himmel und Erde vollkommen erfüllen und durchdringen. Er wird "in allem alles sein" (1Kor 15,28). Der Sabbat, das Ruhen bei Gott, wird nicht nur zeitlich begrenzt gefeiert, sondern immer. Und Gott wird nicht mehr in der Gestalt des gekreuzigten Jesus in einer gottlosen Welt anwesend sein, sondern in der Gestalt des auferstandenen Christus in himmlischer Herrlichkeit.


5. Vorfreude auf den Jüngsten Tag

Darum können wir uns auf den Jüngsten Tag freuen und müssen, wenn wir an ihn denken, nicht in Angst und Weltuntergangsstimmung verfallen. Der "Tag des Herrn" ist ein Schreckenstag nur für diejenigen, die sich auf ihre Macht verlassen und voller Hochmut und Stolz Leid über die Menschen bringen (Jes 2,12; 13,9.11). Für die Glaubenden aber ist der "Tag des Herrn" ein Tag des Heils und der Freude (Apg 2,20f). Denn alles Lebensfeindliche wird ausgelöscht werden, so dass wir für immer von ihm befreit sind, und Gott wird eine neue Welt ohne Pein und Qual für uns erschaffen (Offb 21,4).

Dennoch sollen wir die Welt, in der wir noch leben, hochschätzen, weil Gott sie sehr gut geschaffen hat (1Mo/Gen 2,31). Das Lebensfeindliche und Zerstörerische gehört nicht zu seiner Schöpfung. Es quält uns noch und macht uns Angst. Aber es wird ein Ende haben. Denn Christus ist stärker. Er hat den Tod schon besiegt. Und am Jüngsten Tag wird er endgültig mit allem, was uns quält, ein Ende machen. Das ist Grund zur Freude. Darum endet das Neue Testament mit einer Verheißung Jesu und einer Antwort der Glaubenden (Offb 22,20b.21):

Ja, ich komme bald.
Amen. Komm, Herr Jesus!
Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!


* * * * *


Zum Jüngsten Gericht siehe meinen Beitrag Die Gerichte der Liebe (Teil 2), vor allem die Abschnitte 6 "Das Jüngste Gericht schafft endgültigen Frieden" und 7 "Wie wird das Jüngste Gericht für die Menschen ausgehen?".

Verwendete Literatur:
  • Jürgen Moltmann: Das Kommen Gottes. Christliche Eschatologie. Chr. Kaiser/Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 1995. S. 290-307. Dort mit etwas anderer Akzentsetzung als in meinem Artikel.
  • Karl-Heinrich Ostmeyer: Die Briefe des Petrus und des Judas. Die Botschaft des Neuen Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht. Göttingen 2021.
  • Jürgen Roloff: Die Offenbarung des Johannes. Zürcher Bibelkommentare NT, Band 18. Theologischer Verlag Zürich. 2. Aufl. Zürich 1987.

Foto: Klaus Straßburg.




9 Kommentare
2024-11-16 13:09:32
Lieber Klaus

viel spannender finde ich die Bereich zwischen den Extremen, also den Bereich in dem die allermeisten gerichtlichen Urteile vollstreckt werden. Diese erleben eine Bewährungsphase (als Bewährungsstrafe werden es einige nach der Auferstehung empfinden) aus. D.h. Das neue Leben erfolgt bei einigen wobei eher sehr vielen unter Auflagen und Einschränkungen, damit die neue Struktur und das neue System darin nicht die gleiche Entwicklung nehmen kann wie es nun mal heute der Fall ist. Die Führungspositionen werden von einem heiligeren und dem heiligen Geist durchdrungen sein, zum Wohl und Glück aller. Es wird besser. Bestimmt. Allerdings immer noch nicht perfekt. Denn das ist eher dem 7ten "Himmel" vorbehalten. Somit gibt es auch dort hierarchisch viele und edlere Ebenen mit deren Realitäten. Wir werden es erleben ...
2024-11-16 15:36:24
Lieber Pneuma,

tja --- meinst du mit "Bewährungsphase" so etwas wie das Fegefeuer, das in der katholischen Theologie vertreten wird? Mit "Einschränkungen" kann ich etwas anfangen, wegen 1Kor 3,15. Aber wo findest du in der Bibel etwas über eine Bewährung nach dem Tod? Und wo steht, dass die neue Schöpfung "immer noch nicht perfekt" sein wird, weil das "eher dem 7ten Himmel vorbehalten" ist? Woraus entnimmst du, dass es dort viele "Ebenen" und "Realitäten" geben wird?
2024-11-16 21:49:58
Hallo Klaus,

in ferner Zeit (ca. 5 Mrd. Jahren) wird sich die Sonne zum Roten Riesen aufblähen. Damit spätestens geht die Erde unter. Es kann durchaus sein, dass die Menschheit ihren Lebenszyklus vorher selbst beendet, z. B. durch einen Krieg mit Kernwaffen, oder dass ein äußerer Einfluss, z. B. ein massiver Asteroideneinschlag dafür sorgt.

Eine neue Erde gibt es vielleicht jetzt schon irgendwo im Weltall. Die Schöpfung ist nicht abgeschlossen, sondern vollzieht sich permanent. Und ebensowenig wie sich die Sonne um die Erde dreht, was man in biblischen Zeiten geglaubt hat, dreht sich meiner Meinung nach alles um den Menschen und seine auffällig menschenähnlichen Gottesbilder aus alter Zeit.

Die biblischen Vorstellungen vom einem Jüngsten Tag lese ich wie Literatur. Nicht mehr und nicht weniger sind sie für mich. Produkte einer teilweise sehr lebhaften Phantasie.

Viele Grüße

Thomas
2024-11-16 22:04:12
Hallo Thomas,

dass sich nicht alles um den Menschen dreht, sehe ich auch so - auch wenn der Mensch beständig meint, dass es so sei. Was in 5 Mrd. Jahren sein kann oder auch nicht, interessiert mich nicht. Umso mehr interessiert mich Gottes Plan für seine Schöpfung. Und den entnehme ich den biblischen Schriften, die für mich alles andere sind als bloße Phantasie. Aber das ist eine Glaubensaussage, wie alles, was zum christlichen Glauben gehört. Man bewegt sich eben beim christlichen Glauben in der Dimension des Vertrauens, nicht in der des nachweisbaren Erfahrens. Aber eine Glaubensaussage (oder, wenn man so will, ein Glaube mit negativem Vorzeichen) ist auch die Reduzierung der biblischen Vorstellungen auf bloße Literatur oder Phantasie; denn auch das lässt sich nicht empirisch nachweisen.

Viele Grüße
Klaus
Johanne
2024-12-02 11:53:51
2.12.24 Artikel Neue Schöpfung

Lieber Klaus,
Gottes Geist wirken lassen setzt voraus (!) den Geist zu kennen. Paulus schreibt im 1Kor 13, 12 das Hohe Lied der Liebe, sein Kontext ist ein anderer als dein Zitat. Unser Wesen erkennen wir wenn wir bei Gott sind. Das ist Paulus klar. Wie dies im Einzelnen aussieht weiß niemand, die Erfahrung mit Gott versöhnt zu sein, hebt jedes Leid auf.
Gott segnete den Tag, den wir heiligen sollen, an diesem Tag erstand/erweckte Christus. Wer ihm begegnet der ist gerettet. Die Begegnung ist die Garantie = ist die Gerechtigkeit die vor Gott gilt.
Wir kennen NICHT Gottes Ziel der Schöpfung. Er überließ uns die Erde, schenkte uns seine Schöpfung, mit der können wir machen was wir wollen! „Solange die Erde steht“ sagt er Noah. Gott verhindert die Vernichtung NICHT. Er greift nicht ein, er leitet die Menschen, die den Geist Jesu erhielten. Die Apokalypse wendet Gott nicht ab, Mk 13.
Er nimmt uns auf, wer mit Christus starb den nimmt er zu sich. Dietrich Bonhoeffer, Paulus, Martin Luther, Wesley Brüder, und viele Unbekannte.
Gottes Schöpfung war und ist gut, das Böse produzierte der Mensch. Wer Gottes Vorgaben einhielt und einhält dem weißt der den Weg – das waren Abram, Jakob, Josef, Hiob, Jeremia, Paulus, Luther, etc.
Gottes Zusage an Noah gilt. Der Autor der Offenbarung schrieb OHNE den Geist Gottes. Er war schlicht und einfach begeistert von der neuen Lehre. Gott schickt keine weiteren Propheten, die Erzählung vom reichen Mann und Lazarus verdeutlicht: der Mensch sucht IMMER nach Ausreden. Mit der Sendung Jesu, den Schriften des Paulus und der Synoptiker eröffnete Gott einen neuen Weg, das AT gilt weiter. Garth Lean beschreibt in den 70er Jahren wie John und Charles Wesley Christus fanden. Nur Christus ist der Weg.
Grüße Johanne
2024-12-02 18:10:27
Liebe Johanne,

ich wundere mich darüber, mit welcher Sicherheit du darüber Bescheid weißt, wen Gott aufnimmt und wer seinen Geist nicht hat. In Offb 1,10 steht: "Ich war im Geist an dem Tag, der dem Herrn gehört". Wenn wir dem widersprechen oder Gottes Urteil über Menschen vorwegnehmen, stellen wir uns über die biblischen Autoren und sogar über Gott. Wir können aber nicht mit der Stimme Gottes sprechen, kein Mensch kann das. Darum schreibt Paulus mit Recht, dass all unser Erkennen Stückwerk ist. Das mag uns nicht gefallen, aber es ist unsere Realität. 1Kor 13,8-12 ist in dieser Hinsicht eindeutig. Paulus schreibt das im Kontext der Liebe, weil er die Liebe über alles andere stellen will (1Kor 13,1-3.13). Auch wer angeblich alle Erkenntnis hat und alle Geheimnisse Gottes kennt, aber die Liebe nicht hat, ist ein Nichts (1Kor 13,2). Das schreibt der, der einmal alle Erkenntnis zu haben meinte und deshalb die Christen verfolgte. Wir müssen deshalb immer selbstkritisch und skeptisch bleiben gegenüber unseren eigenen Erkenntnissen. Wenn wir das nicht tun, besteht die große Gefahr, lieblos zu werden.

Gott handelt in dieser Welt. Es gibt wohl kaum eine Seite der Bibel, aus der das nicht hervorgeht. Gott handelte z.B. auch in der Geschichte Josephs, und zwar entgegen dem Handeln seiner Brüder (Gen 50,20). Es ist oft ein stilles, unmerkliches Handeln, und manchmal erkennt man erst im Nachhinein, dass Gott am Werk war. Aber er lässt und in unserer persönlichen Lebensgeschichte und in der Weltgeschichte nicht allein. Er wendet Vieles zum Guten, so wie er es auch bei Joseph getan hat. Und Paulus weiß, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gedeiht (Röm 8,28). Das heißt: Es nimmt alles ein gutes Ende - auch durch viel Leid und sogar durch den Tod hindurch.

Darum ist auch die in der Bibel beschriebene Apokalypse nichts, was Menschen vollbringen, sondern das, was Gott vollbringt: Vernichtung, um das Böse und Lebensfeindliche auszulöschen, und Neuschöpfung, um das Gute und Lebensfreundliche aufzurichten. Beides gehört zusammen. Und auch mit der Vernichtung verfolgt Gott nur die Absicht, alles zum Guten zu wenden.

Liebe Johanne, Gott ist ein liebevoller Gott. Er ist selbst die Liebe und nichts anderes (1Joh 4,8.16). Er liebt dich und mich und alle anderen Menschen und alle seine Geschöpfe. Er liebt seine Schöpfung und möchte sie zu einem guten Ende bringen. Darum können wir hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Was immer auch schief gelaufen ist in unserem Leben - Gott kann es zu einem guten Ende bringen. Seine unendliche Liebe ist vor allem für die Kleinen und Unbedeutenden da. Darum müssen wir uns nicht groß machen - im Gegenteil, Jesus vollendet seine Kraft in den Schwachen, nicht in den Starken und Großen (2Kor 12,9b). Deshalb können wir auch zu unseren Schwächen stehen und zum Stückwerk unserer Erkenntnisse. Denn wir können gewiss sein: Die Gnade, die er uns zugeteilt hat, ist genug für uns (2Kor 12,9a). Wir müssen nicht nach Größerem streben. Alles, was wir durch ihn sind, ist gut und ist uns genug.

Viele Grüße
Klaus
xxx
2024-12-02 20:59:46
Lieber Klaus,
Gott selbst gibt die Initiative zu Widerspruch! Wir sollen prüfen das geschriebene und gesagte. Er begleitet!
Wo liest Du ein „mit der Stimme Gottes sprechen“, Klaus ich spreche und schreibe in seinem Auftrag. Nicht alle biblischen Texte wurden mit seinem Geist geschrieben, wer den Unterschied erkennt könnte Christus finden. Eben die Liebe aktiviert zum Widerspruch, zum Richtigstellen. Aus Liebe tue ich das. Du unterstellst mir Dinge, die Du nicht beurteilen kannst! Wie ich denke und empfinde das beurteile und schreibe ich! Du unterstellst fehlende Liebe, das ist happig. Liebe klingt aus jeder meiner mails! Sonst würde ich nicht schreiben.
Wer sich von Gott leiten lässt der geht den Weg den ich gehe.
Lieber Klaus, meine Konfirmationsspruch ist wie wissen, dass denen die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen. Darum kann ich, was ich tue. Gott geht es für die Menschen die er verwendet (!) nicht darum, dass für den, den er verwendet alles im weltlichen Sinn alles gut wird. Das Wissen von Gott geleitet zu werden ist genug!!!
Die biblischen Texte sind Texte von Menschen! Einige oder etliche schrieben mit dem Geist Gottes, aber nicht alle. Beurteilen überlässt Gott uns, er gibt zu verstehen, wo er und wie er leitet!
Noch einmal: die Erde ist ein Geschenk, Gott überließ sie uns! Er rettet die er leitet! Gott hat kein Ziel mit der Erde! Er hat ein Ziel mit den Menschen, die nach ihm fragen! Bei der Zerstörung, die wir anrichten, lässt er uns gewähren – wie er von 1933 bis 1945 die Menschen gewähren ließ und unsere Zeit gewähren lässt.
Gott gibt dem Gnade der Christus fand! Das ist genug!
Grüße Johanne, 2.12.24


2024-12-03 10:02:50
Liebe Johanne,

es tut mir leid, dass ich den zweiten Kommentar von dir löschen musste, weil du in ihm eine Person ansprichst, die nicht gegenwärtig ist und sich deshalb dazu nicht äußern kann. Ich werde auch in Zukunft alle Kommentare löschen, in denen du andere Personen namentlich negativ beurteilst.

Ein Dialog macht wenig Sinn, wenn bei einem der Beteiligten keinerlei Selbstkritik vorhanden ist. Du lehnst das Wort von Paulus zum Stückwerk unserer Erkenntnis ab. Noch einmal: Wenn du bessere Erkenntnis zu haben meinst als die Verfasser der biblischen Schriften, dann stellst du dich über sie. Man mag hier und da sehr vorsichtig an der einen oder anderen Stelle Kritik anmelden, aber nur vom Gesamtzeugnis der heiligen Schrift her und nicht von dem her, was wir uns so denken. Ohne Selbstkritik, ohne ein offenes Ohr für das, was andere sagen, führt man letztlich nur einen Monolog. Keiner ist im Besitz der Wahrheit. Wir alle sind auf den anderen angewiesen, weil Gott die Wahrheit nicht einem einzigen Menschen, Jesus ausgenommen, offenbart hat. Aber keiner von uns ist Jesus gleich. Wer von sich meint, die wahre Erkenntnis zu besitzen, schließt sich aus der Gemeinschaft der Christen, die allesamt unvollkommene Sünder sind, aus. Es kann auch niemand von sich behaupten, von Gott begabt, inspiriert und geführt zu sein, während (fast) alle anderen es nicht sind. Auf diese Weise schließt man sich auch von einem Dialog aus.

Viele Grüße
Klaus
Johanne
2024-12-03 11:45:32

2. Nachtrag: Sich leiten lassen von Gott, heißt nicht (!) glücklich erfolgreich leben. Dietrich Bonhoeffer ließ sich leiten! Leben gelingt dem der von Christus angenommen wurde.
Wo wir nach bestem Wissen und Gewissen handeln, OHNE FURCHT, leitet er. Lieber Klaus, Du verwendest „unser Erkennen Stückwerk ist“ ohne Beachtung des paulinischen Kontextes.
Analysiere bitte deinen Nachfolgesatz. „Das mag uns nicht gefallen, aber ist Realität.“ Der Satz bringt deine Ratlosigkeit zum Ausdruck. Du fragst NICHT dein Wissen. Wer mit Christus lebt reagiert UND antwortet ohne sich zu verstecken! Selbstanalyse könnte helfen.
Klaus unterstellst, ich hätte keine Selbstkritik, ein starker Toback. Grade, meine Selbstkritik ermöglicht mir unbequeme Stellungnahmen. Du bestreitest meine fundierten biblischen Kenntnisse! Klaus deine Sprache wertet meine Kenntnisse und Erfahrungen ab, ein starker Toback.

Gruß Johanne, 3.12.24
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