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Befreiendes Lachen

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie mit Humor · 26 Januar 2022
Tags: CoronaEwigkeitTodFreiheitFreude

T h e o l o g i e   m i t   H u m o r
Befreiendes Lachen
Klaus Straßburg | 26/01/2022

Gestern habe ich herzhaft gelacht. In einem Lebensmittelmarkt. Zusammen mit der Kassiererin. Das ist mir noch nie passiert. Und schuld daran war Corona.

Ich wollte gerade zahlen. Natürlich maskiert. Da kroch plötzlich ein Kribbeln in meine Nase, und ich musste es durch ein lautes Niesen loswerden. Vorsichtshalber drehte ich mich von der Kassiererin weg, hob den Ellenbogen vor's Gesicht und nieste in meine Maske. Hinter mir hörte ich die Stimme der Kassiererin: „Aha!"

Das „Aha!" war natürlich nicht ernst gemeint, aber es hatte doch einen Hauch von „So ist das also!" Irgendwie wollte ich das nicht auf mir sitzen lassen, und weil mir die Kassiererin sehr sympathisch war und ich von früheren Besuchen im Laden her wusste, dass sie Humor hat, sagte ich voller Überzeugung: „Kein Corona!"

Daraufhin fing sie laut an zu lachen und konnte sich kaum wieder einkriegen. Ich musste mitlachen. Zum Glück wartete kein weiterer Kunde an der Kasse. „Ist das nicht schlimm?" brachte sie noch zwischen ihrem Lachen hervor, und ich konnte nur zustimmen. Wir sprachen es nicht aus, aber wir wussten beide, was sie meinte. Als sie sich etwas beruhigt hatte, sagte sie noch: „Ich hab's gedacht, und Sie haben's ausgesprochen." „Ja", sagte ich, „ich denke das bei anderen ja auch immer, darum wusste ich, was Sie denken." Sie fing wieder an zu lachen, und ich mit ihr.

Schließlich sagte sie noch einen Satz, mit dem sie den Nagel auf den Kopf traf: „Wenigstens können wir darüber lachen!"

Ja, wir haben herzhaft über Corona gelacht. Und darüber, wie sehr dieses Virus schon unser Fühlen und Denken bestimmt.

Die Pandemie bringt vielfältige Einschränkungen mit sich: Einsamkeit. Ängste. Frust. Existenzsorgen. Krankheit. Auch den Tod. Das alles war vergessen, als wir über Corona lachten.

Wenn wir über etwas lachen, sprechen wir ihm das Recht ab, über unser Leben zu bestimmen. Wir bestreiten ihm seine Macht über uns.

Gestern haben wir die Macht des Virus über unser Fühlen und Denken ausgelacht. Aus-gelacht: seine Macht ausgeschaltet, ihr das Aus bereitet. Und das, obwohl das Virus immer noch unser Fühlen und Denken bestimmt. Unser Lachen war, wie jedes echte Lachen, befreiend, obwohl wir noch gar nicht von Corona befreit sind.

Etwa eine halbe Stunde später hatte ich folgenden Gedanken: Vielleicht werden wir im ewigen Leben einmal genauso herzhaft über den Tod lachen. Über den Tod, der uns jetzt so viel Angst macht und der unser Fühlen, Denken und Handeln oft bestimmt. Und wir werden denken: Was haben wir uns doch unnötig Sorgen und Ängste gemacht und vom Tod bestimmen lassen! Wäre alles gar nicht nötig gewesen! Wenn wir doch nur gewusst hätten, wie belanglos der Tod ist angesichts des ewigen Lebens!

Und es könnte sogar möglich sein, dass wir schon jetzt, wo wir den Tod noch vor uns haben, manchmal insgeheim, still und leise über ihn lachen – ihn auslachen und damit ihm das Aus bereiten. Ihm die Macht über unser Leben ganz einfach bestreiten. Dann hätte ein wenig vom befreienden ewigen Leben schon jetzt für uns begonnen.


* * * * *




2 Kommentare
Michael Kröger
2022-01-27 14:28:40
Hallo Klaus

ich hatte gestern auch ein Coronaerlebnis. Auf der Straße treffe ich eine Bekannte aus meinem Chor. Nachdem wir uns gegenseitig unsere Sorgen erzählt hatten, lächelte sie mich beim Abschied an: "Michael, und vergiss nicht - immer schön negativ bleiben!"

Das wünsche ich uns allen!

Viele Grüße
Michael

2022-01-27 16:17:27
Hallo Michael,

das ist ja ein guter Wunsch! Werde ich jetzt auch öfter aussprechen.

Viele Grüße
Klaus
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