Christlich-theologischer Blog - Christsein verstehen

verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Direkt zum Seiteninhalt

Als Christ Soldat oder Soldatin sein?

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie zum Weiterdenken · 15 April 2021
Tags: FeindesliebeFriedeGewaltKriegPolitik

T h e o l o g i e   z u m   W e i t e r d e n k e n
Als Christ Soldat oder Soldatin sein?
Klaus Straßburg | 15/04/2021

Ich bin gefragt worden, ob ich etwas schreiben kann zum Thema „Dürfen Christinnen und Christen Soldaten beim Militär werden?" Das Thema hat viele Dimensionen: politische, rechtliche und biblisch-theologische. Ich kann deshalb hier nur einige Aspekte anreißen und zum eigenen Weiterdenken ermutigen.

Da ich in Deutschland lebe und schreibe, beziehe ich mich auf die Situation der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr (im folgenden Text verwende ich die männliche und die weibliche Form im Wechsel). Die Bundeswehr ist die Armee eines Staates, dem weltanschauliche Neutralität geboten ist, wie das Bundesverfassungsgericht bereits im Jahr 1965 herausstellte. Die einzelne Soldatin kann aber als Christin religiös geprägt sein. Daraus kann ein Konflikt entstehen: Einerseits sind Soldaten verpflichtet, Befehlen zu gehorchen; andererseits sollen Christen Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29). Der Gewissenskonflikt tut sich dann auf, wenn ein Befehl nach der christlichen Überzeugung des Befehlsempfängers dem Willen Gottes widerspricht.

Da jede angehende Soldatin weiß, dass dieser Konflikt entstehen kann, ist es sinnvoll, dass sie sich, schon bevor sie diesen Beruf ergreift, eingehend mit der Frage auseinandersetzt: Soll ich als Christin unter diesen Umständen den Beruf der Soldatin ergreifen oder lieber nicht?


1. Die geostrategische Betrachtungsweise

Die militärpolitische Situation wird von den meisten Politikern im Wege einer geostrategischen Betrachtungsweise beurteilt. Das heißt, es wird nicht so sehr nach gegenwärtig akuten Bedrohungen gefragt, sondern danach, inwiefern sich die Machtpositionen zwischen den Staaten durch kleinere Veränderungen verschieben und diese Veränderungen langfristig zu einer Bedrohung führen könnten. Ich will das an Vorgängen der letzten Jahrzehnte kurz konkretisieren.

Der erste Kampfeinsatz der Bundeswehr fand 1999 im Kosovo-Krieg statt. Der Krieg wurde ohne UNO-Mandat geführt. Mit der Loslösung des Kosovo und Montenegros von Serbien verlor Russland den Zugang zum nördlichen Mittelmeer. Die Intervention in Afghanistan im Jahr 2001 und verschiedene Militärbasen in Zentralasien brachte NATO-Truppen an die Grenze zu Russland. Durch den Krieg der NATO gegen Libyen im Jahr 2011 verlor Russland einen weiteren befreundeten Staat im Mittelmeerraum.

Folge des Kosovo-Krieges, des zweiten Irak-Krieges im Jahr 2004 und der Libyen-Intervention war, dass der UNO-Sicherheitsrat geschwächt wurde; denn es gab kein UNO-Mandat für alle diese Militäreinsätze. Russland und China kümmerten sich in der Folge auch nicht mehr um eine Zustimmung der UNO. China stellte zunehmend territoriale Ansprüche im Südchinesischen Meer, was heute besonders an seinem Verhalten gegenüber Hongkong und Taiwan deutlich wird. Russland fühlte sich offensichtlich geostrategisch eingekreist. Durch den Umsturz in der Ukraine im Jahr 2014 sah es seinen strategisch wichtigen Flottenstützpunkt auf der Krim bedroht und besetzte die Krim. Die Unterstützung des Regimes in Syrien sichert Russland seine letzte Marinebasis im Mittelmeer.

Es ist leicht zu erkennen, dass sich einzelne Staaten wie die USA, Deutschland, Russland oder China gar nicht akut von einem militärischen Angriff bedroht fühlen, sondern von einer oder mehreren Verschiebungen des Machtgefüges, das zukünftig zu einer Bedrohung führen könnte. So wird jede Machtverschiebung zugunsten des potentiellen Gegners als Bedrohung wahrgenommen, obwohl es gegenwärtig gar keine gibt. Und jede Seite versucht, ihren Einflussbereich zu erweitern, um ein vermutetes zukünftiges Bedrohungspotential möglichst niedrig zu halten. Das wiederum muss in dieser geostrategischen Sichtweise zu einer Gegenreaktion der anderen Seite führen. Diese geostrategische Sichtweise wird vom Westen wie vom Osten verfolgt. Es gibt amerikanische Überlegungen aus dem Jahr 1997 (von Zbigniew Brzezinski unter dem Titel „Die einzige Weltmacht" veröffentlicht), die schon vor den oben beschriebenen Entwicklungen angestellt wurden und den dann folgenden tatsächlichen Ereignissen sehr nahe kamen.

Wegen der Krim-Annektion fühlen sich verständlicherweise gegenwärtig die östlichen EU- und NATO-Staaten von Russland bedroht. Die NATO ist aber insgesamt nur begrenzt einsatz- und verteidigungsfähig. Das gilt allerdings auch für die russischen Streitkräfte. Doch stellt sich für den Westen die Frage: Was sollen wir tun, wenn Russland zum Beispiel die Stadt Narva an der estnisch-russischen Grenze zum angeblichen Schutz der überwiegend russischsprachigen Bevölkerung besetzt? Die Strategie lautet: Um sich auf solch einen Fall vorzubereiten, muss die konventionelle Schlagkraft gestärkt werden. Das bringt eine Erhöhung der Rüstungsausgaben mit sich, die ja zur Zeit auch angestrebt wird. Die Alternative zu einer konventionell schlagkräftigen Armee wäre nur eine nukleare Antwort. Dazu wäre die NATO in der Lage, aber einen Nuklearkrieg kann eigentlich niemand wollen.

Ich beschreibe das alles, um für die geostrategische Betrachtungsweise zu sensibilisieren. Denn sie bestimmt das militärische Denken der Regierungen und daher auch der Militärführung, der die Soldaten Folge zu leisten haben.


2. Die theologische Betrachtungsweise

Die biblisch-theologische Behandlung des Problems von Krieg und Frieden ist vielschichtig. Hier können nur einige Aspekte benannt werden. Zunächst fällt auf, dass nach dem Alten Testament nicht nur das Volk Israel im Namen Gottes Kriege führt (Ps 44,6; 60,14), sondern dass Gott selbst als Kriegsherr erscheint (Ex 15,3.21). Gott führt also Krieg gegen die Feinde und Unterdrücker seines bedrängten Volkes. In den Psalmen wird Gott immer wieder auf irritierende Weise gebeten, dass Gott die Feinde einzelner Menschen oder des ganzen Volkes Israel vernichten möge. Das ist der verzweifelte Schrei der Gewaltopfer nach Gerechtigkeit.

Es stellt sich die Frage, ob Gott gewaltsam, also unfriedlich handelt. Das hebräische Wort für Friede, „Schalom", meint viel mehr als die Abwesenheit von Krieg. Es bezeichnet einen umfassenden lebensförderlichen Zustand in allen Lebensbereichen, von der Familie bis zur Völkerwelt und auch im Verhältnis des Menschen zur Natur. Beim Schalom geht es um soziale und körperliche Unversehrtheit, um Gerechtigkeit, Gesundheit und Wohlergehen auf allen Ebenen des Lebens. Man kann fragen, ob solch ein Zustand in einer unvollkommenen Welt überhaupt erreichbar ist. Er ist aber allemal erstrebenswert.

Jedenfalls ist es kein Schalom, wenn Gott Kriege führt. Es ist aber auch kein Schalom, wenn Gott der Ungerechtigkeit freien Lauf lässt. Daraus kann man den Schluss ziehen, dass Gewaltanwendung nicht in jedem Fall abzulehnen ist. Man kann sich das schon an der Polizeigewalt verdeutlichen. In einer Welt, in der Böses geschieht, kann Gewalt dazu dienen, das Böse in Grenzen zu halten. Dazu passt es, dass es in der hebräischen Sprache des Alten Testaments keine scharfe Abgrenzung zwischen positiver und negativer Gewalt gibt.

Wenn Gott Gewalt übt, dann tut er das in der Regel zu dem Zweck, zerstörerische Gewaltausübung zurückzudrängen und zu beenden. Schon die Schöpfung entsteht unter Zurückdrängung chaotischer Mächte (1Mo/Gen 1,2; Jes 51,9). Und auch nach der Schöpfung muss Gott die zerstörerischen Mächte „anherrschen", um das Leben zu schützen (Jes 17,13; Ps 104,6f). So hält Gott das Friedlose in Zaum und bewahrt die Schöpfung vor dem Rückfall ins Chaos. Man gewinnt den Eindruck, dass Gott begrenzte Gewalt anwenden muss, um uferlose Gewalt zu verhindern.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass Gott nicht gern oder gar begeistert Gewalt anwendet. Es tut ihm sogar leid, wenn er gewaltsam eingreifen muss, um ausufernde Gewalt einzudämmen. Besonders der Prophet Jeremia macht deutlich, dass Gott massiv darunter leidet, dem Volk Israel und anderen Völkern Leid anzutun, damit diese ihre Abwege verlassen (Jer 8,18-9,11; 14,17f; 48,30-32.35f). Gottes Zorn ist ein betrübter Zorn (Mk 3,5).

So ist also Gottes Kriegshandeln keine grundsätzliche Rechtfertigung des Krieges. Es bleibt dabei, dass Gott Krieg und Gewalt nicht will. Denn Krieg bringt Chaos und ist daher eine zerstörerische Chaosmacht. Im Alten Testament gibt es deutliche kriegskritische Stimmen (z.B. Hos 10,13f). Nach 5Mo/Dtn 17,16 und Ps 33,16f ist es dem König untersagt, sich viele Kriegsrosse (also militärisches Gerät) zu halten. Der Prophet Jesaja spricht sich gegen militärische Bündnisse zur Friedenssicherung aus. Stattdessen soll man sein Vertrauen auf Gott setzen (Jes 30,1-3.15f).

Dietrich Bonhoeffer hat daraus einen Schluss gezogen, den ich hier etwas ausführlicher zitiere:
„Wie wird Friede? Durch ein System von politischen Verträgen? [...] Oder gar durch eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens? Nein, durch dies alles aus dem einen Grunde nicht, weil hier überall Friede und Sicherheit verwechselt wird. Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. [...] Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt sich selber schützen wollen. Friede heißt [...] in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen. Kämpfe werden nicht mit Waffen gewonnen, sondern mit Gott. Sie werden auch dort noch gewonnen, wo der Weg ans Kreuz führt. Wer von uns darf denn sagen, daß er wüßte, was es für die Welt bedeuten könnte, wenn ein Volk – statt mit der Waffe in der Hand – betend und wehrlos und darum gerade bewaffnet mit der allein guten Wehr und Waffe den Angreifer empfinge?"
(Rede auf der Fanö-Konferenz, gehalten am 28.8.1934; siehe Dietrich Bonhoeffer Werke Band 13, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1994, Seiten 298-301).

Der Gott vertrauende Mensch lebt von dem Frieden, den Gott schenkt (Jes 54,10). Ich nenne diesen Frieden Seelenfrieden. Jesus gibt unverlierbaren Frieden, aber er gibt nicht so, wie die Welt Frieden gibt (Joh 14,27). Friede bekommt hier eine neue Bedeutung: Es ist der Friede mit Gott, den Jesus Christus gebracht hat (Röm 5,1; Eph 2,14). Dieser Friede ist höher als alle Vernunft, also auch als alle geostrategischen Überlegungen. Dieser Friede bewahrt unsere Herzen und Sinne vor gedanklichen und gefühlsmäßigen Irrwegen (Phil 4,7). Bonhoeffer würde hinzufügen: Dieser Friede lebt nicht von weltlichen Sicherheitskonstruktionen, sondern vom Vertrauen zu dem Gott, der allein Frieden zwischen den Völkern stiften kann und den wir um diesen Frieden bitten sollen.

Dieser Seelenfriede ist es auch, der die Feindesliebe ermöglicht, zu der Jesus aufgerufen hat (Mt 5,43-48). Wer sich von Gott bewahrt weiß, möge kommen was will, kann sogar den Feind lieben (Ps 120 und 121 im Zusammenhang gelesen). Wer sich im Angesicht des Todes in Gottes Barmherzigkeit geborgen weiß, kann den Weg des Friedens gehen (Lk 1,76-79).

Jesus ist auch hier das Beispiel eines solchen Glaubens. Nach dem Alten Testament wird der Messias Friede nicht mit der Macht der Gewalt bringen, sondern mit der Macht des Geistes und des Wortes. Doch vollkommen kann dieser Friede erst verwirklicht werden, wenn die Unvollkommenheit der Welt beseitigt ist (Jes 11,1f.4.6-8). Nach dem Neuen Testament ist Jesus dieser Messias. Als Zeichen dafür, dass er nicht wie die weltlichen Herrscher herrscht, reitet er auf einem Esel und nicht hoch zu Ross in Jerusalem ein (Mt 21,1-11; vgl. Sach 9,9f). Er geht damit den Weg der Feindesliebe: Er lässt seine Feinde gewähren und sich selber töten, anstatt Gewalt auszuüben.

Überblickt man die biblischen Äußerungen, so erkennt man zwei Gedankenstränge: Zum einen ist der Wille Gottes für die Welt ein umfassender Friede, der Gerechtigkeit einschließt. Dieser umfassende Friede muss also das Ziel christlichen Handelns sein. Das schließt ein, dass Christen das Töten eines Menschen ablehnen und stattdessen bereit sind, sich selbst töten zu lassen. Das war der Weg Jesu. Es ist durchaus erwägenswert, ob dieser Weg nicht auch der heute angemessene ist.

Andererseits geht es im Krieg auch um das Leben anderer Menschen, die brutaler Gewalt ausgesetzt sind. Darum wird Gott im Alten Testament auch so geschildert, dass er Gewalt übt, um von Menschen ausgehende Gewalt einzudämmen. So rettet er diejenigen, die der Gewalt dieser Menschen ausgesetzt sind, und stellt Gerechtigkeit, also Frieden her. Zu beachten ist, dass nicht das eigenmächtige Handeln der Menschen Frieden bringt, sondern das Handeln Gottes, der sich mitunter menschlicher Gewalt bedient (Ri 5,11.13). Das schließt ein, dass Christen, wenn es Gottes rettendes Handeln gebietet, zum Töten eines Menschen bereit sein müssen, um größeren Schaden abzuwenden.

Die Schwierigkeiten dieses doppelten Gedankengangs liegen auf der Hand. Denn es fragt sich sofort, wann man denn davon sprechen kann, dass Gottes Wille die Anwendung von Gewalt gebiete. Kriege wurden schon oft damit begründet, dass sie Gottes Wille seien. Grundsätzlich verfahren Menschen so, dass sie ihre eigene Gewaltanwendung rechtfertigen – sei es humanistisch oder religiös.


3. Ethische Konsequenzen

Blickt man aus geostrategischer Perspektive, wie sie oben beschrieben wurde, auf die Welt, dann rechtfertigt jeder Machtgewinn der gegnerischen Seite Handlungen, die auf einen Machtgewinn der eigenen Seite zielen. Der Gegner muss dann immer als der Aggressor erscheinen, der Gegenmaßnahmen erforderlich macht, um seine Gewaltanwendung einzudämmen oder eine künftige auszuschließen.

Die theologische Betrachtungsweise hat eine grundsätzlich andere Perspektive eröffnet. Krieg und Gewaltanwendung sind demnach grundsätzlich negativ zu beurteilen. Wer Krieg führt, wird in irgendeiner Weise immer schuldig. Deshalb ist von entscheidender Bedeutung, was dem Krieg vorangeht; welche Weltsicht die politische Beurteilung einer Situation prägt.

Der Blick der christlichen Feindesliebe ist ein prinzipiell anderer als der Blick, der von politischer Gegnerschaft ausgeht. Die Liebe zum Feind sieht ihn nicht ausschließlich als Bedrohung. Sie versucht zu verstehen, warum er bedrohlich handelt und welchen Anteil ich selbst daran haben könnte und meist auch tatsächlich habe. So beinhaltet Feindesliebe immer eine selbstkritische Dimension. Sie wird, weil sie um das eigene Gewalt- und Unrechtspotential weiß, dem anderen möglichst friedlich begegnen und so versuchen, Vertrauen zu schaffen. Sie legt den anderen also nicht auf das Unrecht, das er begeht, fest, sondern ist bereit zur Vergebung und geht davon aus, dass der andere sich ändern kann. Feindesliebe lädt den anderen dazu ein, gemeinsam den Weg des Friedens zu gehen.

Dieser Versuch muss nicht erfolgreich sein, aber er muss unternommen werden, bevor es zum Krieg kommt. Krieg kann nur die letzte, eigentlich die unmögliche Möglichkeit sein. Sollte er geführt werden, dann muss er im Bewusstsein geführt werden, Schuld auf sich zu laden. Jede Kriegsbegeisterung ist daher als unchristlich abzulehnen. Man kann sich nicht oft genug klarmachen, was Krieg bedeutet: Im Kampf auf Leben und Tod gehen alle Werte verloren, es herrscht ethisches Chaos. Der Mensch wird zum reißenden Tier. Nicht die Vernunft regiert, sondern der nackte Überlebenswille. Gewalt wird zum Alltag, alle Dämme brechen. Im Chaos der Krieges gehen alle ethischen Maßstäbe verloren. Es gibt keinen ethisch geführten, keinen sauberen Krieg, wie uns die Videoaufnahmen von gezielten Bombenangriffen weismachen wollen. Krieg ist kein Videospiel. Es gibt keinen Krieg, der vor Gott gerechtfertigt ist.

Weil das so ist, ist jede Kriegstreiberei und Kriegspropaganda im Vorfeld des Krieges unchristlich. Der Krieg wird, bevor er begonnen hat, durch Unwahrheiten vorbereitet. Der vermeintliche Feind wird verteufelt. Die sowieso meist herrschende Sicht „Wir sind die Guten, die anderen die Bösen" wird auf die Spitze getrieben. All das widerspricht der christlichen Feindesliebe.

Wer kann im Krieg noch entscheiden, was dem Schutz der eigenen Bevölkerung dient und was nicht? Wer kann entscheiden, welche Maßnahme verhältnismäßig ist und welche nicht? Vielleicht notwendige Gewalt und nicht notwendige Gewalt vermischen sich im Krieg untrennbar miteinander. Nicht einfach der Feind wird bekämpft, sondern auch unschuldige Männer, Frauen und Kinder. Was Krieg bedeutet, zeigen die Soldaten, die aus Kriegseinsätzen zurückkehren und oft bis an ihr Lebensende traumatisiert sind.

Christinnen und Christen müssen sich, bevor sie den Beruf des Soldaten ergreifen, fragen, ob sie die ethische Verwahrlosung mitmachen wollen, die mit dem Krieg eintritt. Im Krieg werden die ethischen Maßstäbe der einzelnen Soldatin schwerlich aufrecht zu erhalten sein. Keine Soldatin kann bei jeder einzelnen Aktion überlegen, ob diese Aktion ethisch zu rechtfertigen ist. Im Normalfall gilt ganz einfach der Gehorsam gegenüber dem Befehl. Zum Krieg untauglich ist eine Soldatin, die bei jeder Aktion langwierige eigene Überlegungen anstellen will. Mit dieser Situation muss eine Soldatin, die Christin ist, leben können. Die Frage wird sein: Ist es dann überhaupt noch möglich, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen?

Eine weitere Frage ist, ob die herrschende geostrategisch-misstrauische Betrachtung, die in Machtbereichen und Bündnissen denkt, den Frieden dauerhaft sichern kann. Widerspricht es nicht schon der christlichen Grundeinstellung, wenn man die Welt in Machtbereiche einteilt und sein Augenmerk nur darauf richtet, dass man dabei nicht ins Hintertreffen gerät, möglichst sogar einen machtpolitischen Vorteil gegenüber dem vermeintlichen Gegner erlangt? Wenn der christliche Glaube davon ausgeht, dass wir in jedem Fall in Gottes Hand sind, wird die Sicherung von Machtbereichen geradezu entbehrlich. Man kann dann auch bereitwillig ein Wagnis eingehen, kann sich zumindest ein Stück weit schwach machen, um Vertrauen zu schaffen und das eigene Bedrohungspotential zurückzunehmen. Selbstzurücknahme gehört zur Liebe, auch zur Feindesliebe.

Ist das naiv? Vielleicht gehört es zur Feindesliebe, angesichts weltlicher Überlegungen als naiv dazustehen. Aber hier gilt, was Paulus unübertrefflich festgehalten hat: Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott, und umgekehrt ist die Torheit Gottes weiser als Menschen (1Kor 1,25; 3,19).


4. Die rechtliche Situation der Soldatinnen und Soldaten

Wer den Beruf des Soldaten ergreift, schließt einen Vertrag mit der Bundeswehr, in dem er sich dazu verpflichtet, Kriegsdienst zu leisten. Dazu gehört die Verpflichtung, Befehlen zu gehorchen. Zugleich bleibt dem Soldaten aber die im Grundgesetz verbürgte Gewissensfreiheit, die es ihm erlaubt, auch im Dienst noch einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zu stellen.

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Jahr 2006 dem Gewissenskonflikt des Majors Florian Pfaff Vorrang vor der Gehorsamspflicht eingeräumt. Pfaff betrachtete den Irak-Krieg als völkerrechtswidrig und die Beteiligung der Bundeswehr als verfassungs- und völkerrechtswidrig. Das ist ein Beispiel für eine Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen, die an einer aktuellen Situation orientiert war.

Das Leitbild des Soldaten als „Staatsbürger in Uniform" weist in dieselbe Richtung. Jeder Soldat ist an die Grundrechte gebunden und soll deshalb nicht blind gehorchen, sondern seinem Gewissen verpflichtet Verantwortung als Staatsbürger übernehmen.

Nach dem Soldatengesetz muss ein Befehl dann nicht ausgeführt werden, wenn er nicht dienstlichen Zwecken dient, wenn bei seiner Ausführung eine Straftat begangen würde oder wenn seine Ausführung gegen die Menschenwürde verstoßen würde.

Der ehemalige Richter am Bundesverwaltungsgericht Dieter Deiseroth hat darüber hinaus festgestellt, dass ein Befehl dann nicht ausgeführt werden muss, wenn er gegen das Verbot eines Angriffskrieges verstößt, wenn er gegen die allgemeinen Regeln des Völkerrechts verstößt (wie im obigen Fall von Major Pfaff vorgetragen) oder wenn er widersprüchlich, seine Ausführung objektiv unmöglich oder der Befehl durch eine grundlegende Veränderung der Lage sinnlos geworden ist.

In der Praxis werfen diese Vorgaben allerdings schwerwiegende Fragen auf: Woher soll eine Soldatin wissen, ob ein Einsatz völkerrechtswidrig ist, wenn er sich an der Grenze des Völkerrechts bewegt? Wie soll sie ihre Entscheidung begründen, ohne juristische Vorkenntnisse zu besitzen? Woher soll sie den Mut nehmen, sich ihren Vorgesetzten zu widersetzen? Wie steht sie vor ihren Kameradinnen und Kameraden da, die sich von ihr im Stich gelassen fühlen? Welche Stellung hat sie nach dem von ihr verweigerten Einsatz in der Truppe?

All diese Fragen machen es unglaublich schwer, wenn nicht unmöglich, im konkreten Fall den Gehorsam gegenüber einem Befehl zu verweigern. Der Fall des Major Pfaff zeigt, dass man offenbar bereit sein muss, sich in eine juristische Auseinandersetzung zu begeben, die erst an höchstrichterlicher Stelle entschieden wird. Das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform" ist theoretisch sicherlich eine feine Sache. Es ist aber in der Praxis nur unter äußerst schwierigen Bedingungen und sehr unangenehmen Folgen für den Soldaten zu verwirklichen.


5. Kann ich als Christ Soldat oder Soldatin werden?

Wer Gewalt grundsätzlich ablehnt, kann nicht Soldat werden. Jede Soldatin und jeder Soldat wird sich vor seiner Verpflichtung bei der Bundeswehr fragen müssen, ob er zum Töten auf Befehl bereit ist; ob er damit wird leben können, Menschen zu töten und das vor Gott wird verantworten können; ob er das todbringende Chaos und Unrecht auf beiden Seiten wird ertragen können (Frauen werden vergewaltigt, Kameraden sterben, die junge Mutter auf der anderen Seite stirbt); ob er den angeblich guten Zweck, der das Mittel des Tötens heiligen soll, als Christ immer wird unterstützen können.

Soldatinnen sollen nicht vorrangig sich selbst, sondern die Bevölkerung schützen. Wer Soldatin werden will, sollte sich fragen, wie ein Schutz der Bevölkerung am besten möglich ist. Soll man politisch weiter verhandeln und Vertrauen schaffen oder eine militärische Auseinandersetzung beginnen? Wann ist dieser eine äußerste Punkt gekommen, an dem kein Weg an einem Krieg vorbeizugehen scheint? Kann ein Krieg überhaupt die eigene Bevölkerung schützen? Im zweiten Weltkrieg jedenfalls war das nicht möglich. Ist das im Atomzeitalter anders? Eine Soldatin kann das nicht in jeder neuen Situation aufs Neue entscheiden, sondern muss sich der Struktur von Befehl und Gehorsam grundsätzlich einordnen (siehe oben die Überlegungen am Ende von Abschnitt 3). Ist das überhaupt möglich für eine Christin, die Gott mehr gehorchen will als den Menschen?

Wer als Christ Soldat wird, muss Mut mitbringen – auch den Mut, daran festzuhalten, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, also den Vorgesetzten. Ein Christ wird nicht grundsätzlich darauf vertrauen, dass seine Vorgesetzten richtig oder gar im Sinne Gottes handeln. Er wird deshalb nicht fraglos jeden Befehl befolgen. Er muss also willens sein, sich das kritische christliche Bewusstsein zu bewahren und gegebenenfalls Befehle zu verweigern.

Geht man vom Gebot der Feindesliebe aus, muss man damit rechnen, in der Truppe als töricht zu erscheinen. Man geht das Risiko ein, sich tiefgehenden Konflikten auszusetzen und als Christin in eine Außenseiterposition zu geraten. Jede Soldatin sollte sich fragen, ob sie das aushalten kann.

Diese Entscheidung kann nur jeder einzelne selbst treffen. Der Christ wird dabei auch aus dem Gebet leben: Er wird von Gott eine Klärung seiner Position erbitten.

Im Grunde stellt sich immer wieder die Frage nach der Gewalt in einer unvollkommenen Welt. Ist Gewalt in dieser Welt unausweichlich? Gibt es Alternativen? Ist die Bereitschaft zum Leiden eine Alternative: lieber Leid ertragen als Leid zufügen? Oder muss ausufernde Gewalt in Grenzfällen mit Gegengewalt beantwortet werden, um Leid zu vermeiden? Wann aber ist ein solcher Grenzfall erreicht? Wann sind alle anderen Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft? Ist die geostrategische Betrachtungsweise überhaupt in der Lage, alle anderen Möglichkeiten auszuschöpfen und Vertrauen zu schaffen (siehe oben am Ende von Abschnitt 3)? Ist nicht in einer solchen politischen Sichtweise schon das Misstrauen gegenüber einem „Feind" vorausgesetzt – also das Gegenteil von Feindesliebe, die das Gegenüber nicht auf seine Bösartigkeit reduziert?

Diese Fragen wurden und werden in der Christenheit unterschiedlich beantwortet. Die Positionen reichen vom Pazifismus bis zur Führung eines Krieges als letzte Möglichkeit. Letztlich werden jeder Christ und jede Christin in ihrer Verantwortung vor Gott eine Entscheidung treffen müssen, wo sie sich positionieren – und ob sie sich dazu verpflichten, sich aktiv an einem Krieg zu beteiligen.


Verwendete Literatur
  • Brahms, Renke: „…ob Kriegsleute in seligem Stande sein können" – Soldat sein heute zwischen Gewissensentscheidung und Gehorsamsprinzip. Im Internet abrufbar unter: http://www.kircheundgesellschaft.de/theologische-und-gesellschaftliche-grundfragen/frieden/
  • Butting, Klara: Frieden geht. Friedensspiritualität im Gespräch mit den Psalmen 120-134. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens. Ein friedenstheologisches Lesebuch. Herausgegeben vom Kirchenamt der EKD. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2019. S. 25-35. (Das Buch steht im Internet zum Download bereit: https://www.ekd.de/ekd/renke-brahms-lesebuch-frieden-50967.htm)
  • Dietrich, Walter: Gerechtigkeit und Frieden. Eine biblische Grundlegung. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens (siehe oben). S. 37-52.
  • Haspel, Michael: Frieden im Zeitalter der Unsicherheit. Friedensethik in neuen Kontexten. In: Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens (siehe oben). S. 53-66.
  • Zink, Jörg: Erst die Liebe zum Feind schafft Frieden. In: Margot Käßmann / Konstantin Wecker (Hg.): Entrüstet euch! Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden. Gütersloher Verlagshaus. Gütersloh 2015. S. 153-157.


* * * * *




15 Kommentare
2021-04-15 16:16:49
Viele gute Fragen ...
Interessant ist allerdings wie es nur 264 Jahre dauerte bis der Wehrdienst unter Christen die Liebe und Gnade aushöhlte. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsdienstverweigerung
Seit dem töten Christen andere Christen unterschiedlicher Nationen. Unglaublich.
Nun duften sie wieder Leiden zufügen statt Leiden heilen. Traurig! Ja, das Leiden muss man aushalten. Ja, das Schützen bedeutet nicht dem anderen zu schaden. Ja, dass kann für einen und den anderen lebensbedrohlich sein und tödlich enden. Aber der Tod kommt doch für alle sowieso und ist doch nur der Übergang zur Leben oder Gericht, also ein Grund eher zum Trösten. Die Frage lautet: Also wofür möchte ich leben und wofür möchte sterben? Für welche Werte und mit welchen Früchten des Geistes?
2021-04-15 21:21:02
Hallo Pneuma,

danke für deine Ergänzung. Ich persönlich habe mir noch nie vorstellen können, Soldat im Kriegseinsatz zu sein, und zwar aus drei Gründen: Erstens sind "wir" oft mitschuldig daran, dass andere sich bedroht fühlen; zweitens bin ich nicht davon überzeugt, dass die Politik wirklich alle anderen Möglichkeiten auslotet, bevor sie Soldaten in den Krieg schickt; drittens würde ich ein begrenztes, vielleicht auch erhebliches Risiko eingehen, um einen Krieg zu vermeiden, was ich von der Politik nicht unbedingt erwarte. Aus diesen Gründen könnte ich mich Befehlen zum Kriegseinsatz nicht unterordnen.
Ursel Decker
2021-04-18 16:03:41
Lieber Klaus,
das Thema MILITÄR beschäftigt mich seit Jahrzehnten. Mein Vater, von 1939-1945 Soldat, sprach kaum darüber. Diese Generation schwieg sich häufig aus.--- Als er alt war, saß er manchmal still da, mit feuchten Augen. Ich tat bewusst, als hätte ich es nicht bemerkt. Mein sechs Jahre älterer Bruder berichtete Folgendes: Unser Vater war gerade erst aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Mein Bruder spielte mit Zinnsoldaten. Als Papa dies sah, ergriff er einen Hammer und schlug so lange auf die Zinnsoldaten ein, bis sie nur noch einen Klumpen bildeten.

Das Militär ist ja überwiegend männlich geprägt und hat historisch großen sozialen Einfluss ausgeübt. Männer sind hier Täter und Opfer. Daher kann ich nicht verstehen, warum eine Frau diesen Beruf ausüben möchte. Wenn es um Gleichberechtigung geht, auf "dieses" Recht verzichte ich gerne. Der Ausgleich: Frauen gebären Kinder! Ich sehe den Soldaten als unfreien Menschen. Gibt es im Kriegsfall immer noch das Standgericht? Du erwähnst die Schaffung eines Feindbildes. Zu Überhöhung und Anreiz wurde ein gewisser Status geschaffen ( Orden, Ansehen, finanzielle Sicherheit). Gleichzeitig bin ich nicht überzeugt, dass ein Staat, wenn er Begehrlichkeiten z. B. bei Nachbarn wecken kann, ohne Militär auf Dauer existiert. Um sich im äußersten Notfall zu schützen, muss es vorhanden und im Zustand der Handlungsfähigkeit sein. Und Menschen, welche ihr Leben einsetzen, verdienen eine gewisse Achtung. Ein Dilemma!

Was Gott betrifft, habe ich mein übliches Problem. Die Planung der Welt ist genial, aber nicht sehr gut. Zum System gehört ständiger Wandel ( Evolution). Aus Chaos entsteht Ordnung. Das Unheile kann dem Geschaffenen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Jetzt könnte, was den Menschen betrifft, auf seinen " freien Willen" verwiesen werden. Es ist gefährlich, den Menschen aus seiner Verantwortung zu entlassen, aber die Psychologie bietet einige Einwände. Das Chaos erscheint wie eine Macht, ein Gegenüber Gottes, ein Dualismus.

Nun zu Gottes Handeln an Israel. Israel dringt als Eroberer in das Land Kanaan ein, eine Art Völkerwanderung, wie wir sie auch bei anderen Völkern kennen. Es gibt noch immer Gruppen, die den Exodus als Rechtfertigung zum Landbesitz in Israel benennen. GOTT RETTET zieht sich durch das AT.

Du hast das Dilemma des Soldaten / der Soldatin hinlänglich herausgearbeitet. Ich stimme Dir weitgehend zu, wie Wege zu suchen sind, das politische Klima zu entspannen. Was ist Utopie und was Möglichkeit ?

Ein Christ / Christin als Soldat*in muss sich darüber im Klaren sein, in eine üble, aussichtslose Situation zu gelangen und diese seelisch zu bewältigen.

Liebe Grüße,
Ursel
2021-04-18 21:16:24
Liebe Ursel,

vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme. Ich sehe ebenfalls das Dilemma zwischen Verteidigungsfähigkeit und Gewaltanwendung eines Staates, das in einer Welt besteht, in welcher der Mensch ein ungeheuer zerstörerisches Potenzial besitzt. Das Problem ist vielleicht gar nicht so sehr, dass im äußersten Fall Gewalt angewendet wird, sondern dass schon im Vorfeld dieses äußersten Falles der Mensch nicht in der Lage zu sein scheint, sein Gegenüber NICHT als potenziellen Feind zu betrachten. Ich finde es immer wieder erschütternd zu erleben, wie führende Politiker fast aller Parteien durchweg von einer geopolitischen Bedrohung ausgehen, ohne dass eine akute Bedrohung überhaupt besteht. Bei dieser Betrachtungsweise kommt es geradezu automatisch zu Feindbildern. Ich habe das ja im Artikel schon erwähnt. Diese Betrachtung MUSS auf Sicherung und möglichst Erweiterung des eigenen Machtbereichs fixiert sein. Wenn beide Seiten so denken, kann es gar nicht zu Abrüstungsmaßnahmen kommen, weil jede Schwächung der eigenen Position als Stärkung des anderen betrachtet wird, den man als Feind betrachtet. Der Fehler steckt also schon in der Struktur des Denkens. Die könnte sich ändern, wenn die Menschen bereit wären, ihr Denken zu ändern und vielleicht sogar ein begrenztes Risiko einzugehen. Der Mensch hätte diese Möglichkeit. Solange er sie nicht wahrnimmt, bleibt sie Utopie.

Zur Schöpfung: Wie in anderen altorientalischen Schöpfungsmythen kämpft Gott auch in Gen 1 gegen das Chaos und beseitigt es, indem er ordnet. Gottes Schaffen ist ein Ordnen: Scheiden von Licht und Finsternis, Himmel und Erde, Wasser und Land, Tag und Nacht; alles geschieht geordnet in sieben Tagen. Das geordnete und ineinandergreifende Miteinander aller Geschöpfe, wozu auch ihre Sterblichkeit gehört, ist sehr gut. Dennoch bleibt ein Rest-Chaos, etwas Unverstehbares und Zerstörerisches in der Schöpfung. Darum ist das Urteil „sehr gut" kein menschliches, sondern ein göttliches Urteil: Gott spricht es aus. Uns bleibt nur, es vertrauensvoll zu akzeptieren: Ich sehe das viele, was sehr gut ist, und ich sehe zugleich das, was zerstörerisch ist, und vertraue darauf, dass Gott auch dieses zu seiner Zeit beseitigen wird. Ohne dieses vertrauensvolle Einstimmen in Gottes Urteil bleibt das „sehr gut" etwas Fremdes.

Dass Gott selbst zerstörerisch handeln kann, ist irritierend. Das „Gott rettet", das du ansprichst, kann eben im Extremfall auch bedeuten, dass Gott Israels Feinde vernichtet. Doch bleibt die Frage, ob Gott angesichts der zerstörerischen menschlichen Macht etwas anderes übrig bleibt, wenn er retten will. Das Zerstörerische geht ja nicht von Gott aus, sondern vom Menschen. Es weicht auch nicht automatisch vor Gott zurück, sondern muss bekämpft werden (das Chaos, gegen das Gott seit Beginn der Schöpfung kämpft). Wir wünschen uns doch letztlich, dass jemand dem Zerstörerischen Einhalt gebietet – auch manchen Menschen Einhalt gebietet. Vielleicht werfen wir es Gott sogar vor, wenn er es nicht tut. WENN er es aber tut, werfen wir ihm wieder vor, dass er Leben vernichtet. Das ist nicht fair!

Wichtig scheint mir, dass GOTT es sein soll, der Einhalt gebietet („Die Rache ist mein"; Röm 12,19, verbunden mit der Aufforderung an den Menschen, sich zurückzuhalten), und zwar deshalb, weil Gottes Gewalt dem Guten dient, während des Menschen Gewalt vor allem ihm selbst dient. In diesem Sinne kann ich Gottes vernichtendes Eingreifen als rettendes Eingreifen verstehen. Damit ist gerade nicht die uferlose menschliche Gewaltanwendung gemeint, sondern das begrenzte göttliche Eingreifen.

Das scheint mir logisch, aber man kann es wohl nur mit einer gewissen Bereitschaft zum Einverständnis so akzeptieren. Doch setzt alles Glauben diese Bereitschaft zum Einverständnis voraus. Die Welt liegt uns nicht zu Füßen, Gott schon gar nicht. Darum haben wir nicht die totale Einsicht. Nur die totale Einsicht könnte hier ein abschließend „logisches" Urteil fällen. Aber was heißt schon „Logik"? Wir erkennen nur Bruchstücke. Die Entscheidung fällt deshalb nicht zwischen „logisch" und „unlogisch", sondern zwischen „bezogen auf mich selbst und die Bruchstücke meines Erkennens" und „bezogen auf Gott und die Bruchstücke des Einverständnisses mit ihm".

Viele Grüße
Klaus
2021-04-18 21:27:14
P.S. Zum "sehr gut" in der Schöpfungsgeschichte habe ich mich im Artikel "Was ist Leben?" vom 16.4. ausführlicher geäußert.
2021-04-18 22:34:02
Für mich ist Pazifismus diejenige Position, die ohne dialektische Verrenkungen sauber und logisch zum Christentum passt.

Jesus hat die Durchsetzung seiner Position mit Hilfe von Gewalt abgelehnt. Er hat zur Feindesliebe aufgefordert und in der Bergpredigt eine verschärfende Interpretation der Zehn Gebote vorgenommen, die hier auch eine klare Sprache spricht.

Für mich ist auch klar, dass in der Welt, so wie sie nun einmal ist, Armeen gebraucht werden, um nicht z. B. skrupellosen Diktatoren die Herrschaft zu überlassen. Als Argument gegen einen christlich begründeten Pazifismus ist das aber m. E. nicht relevant, weil das Jesuswort „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ dieser Art von Pragmatismus einen Riegel vorschiebt.

Ich will damit nicht einzelnen Soldaten Vorwürfe machen, wenn sie sich gleichzeitig zum Christentum bekennen. Schon gar nicht denen, die z. B. im Zweiten Weltkrieg gezogen wurden und kein komfortables und sicheres juristisches Instrumentarium zur Kriegs- oder Wehrdienstverweigerung zur Verfügung hatten wie spätere Generationen zu Zeiten der Bundeswehr.

Aber indem man sich in die Logik von Gewalt und Gegengewalt eingliedert, ob erzwungen oder freiwillig, verliert man gerade einen, wenn nicht den entscheidenden Punkt des Christentums, das das Potenzial hat, hier die Spiralen der Macht und Gewalt, unter denen unsere Welt so sehr leidet, zu durchbrechen.
Ursel Decker
2021-04-18 22:56:03
Lieber Klaus,

der altorientalische Schöpfungsmythos macht Gott kleiner, denn offenbar findet der das Chaos ordnende Gott bereits das Ungeordnete vor: Licht-Finsternis, Himmel-Erde, Wasser-Land usw. . Damit ist er der Ordner, er hat die Macht einzugreifen, ist aber nicht der Schöpfer. Nicht, der, der aus Nichts hervorbringt. Nicht der absolute Verursacher. Christen sehen Gott als Urgrund allen Seins. Das ist der Gott der Genesis offenbar nicht.

Es handelt sich eben um einen Mythos !

Viele Grüße
Ursel


2021-04-19 10:29:27
@Thomas Jakob:

Die pazifistische Position, wie du sie beschreibst, ist mir sehr sympathisch. Ich will sie auch gar nicht schmälern, wenn ich die Fragen formuliere, die mich selbst bewegen: Was soll man tun angesichts eines derart aggressiven, brutalen und gewalttätigen Regimes, wie es das Hitler-Regime war? Soll man es gewähren lassen? Soll man nichts tun gegen millionenfachen Mord an Jüdinnen und Juden? Andererseits: Rechtfertigt der Zweck die Mittel, die wiederum Millionen den Tod brachten? Wie kommt man aus diesem Dilemma heraus?

Vielleicht gibt es ja andere Möglichkeiten als den Krieg. Bonhoeffer hat den Tyrannenmord unterstützt - im Bewusstsein, dass wir manchmal nur zwischen Schuld und Schuld wählen können. Heute gibt es evtl. wirtschaftliche Druckmittel. Gewaltfreie Verteidigung wird leider weder umfassend erforscht noch propagiert und vorbereitet. Oder muss man einfach sagen: Leiden ist besser als Leid zufügen (Beispiel Jesus)? Ich würde antworten: Ja, aber was, wenn es darum geht, das Leid von Millionen Anderer zu vermeiden?

Ich würde versuchen, nach nichtmilitärischen Lösungen zu suchen, weil Krieg zwar Leid auf der einen Seite vermeiden kann, aber zu viel Leid auf der anderen Seite erzeugt - mitunter mehr, als er vermeidet. Aber das Dilemma bleibt bestehen und wird sich wohl auch in der Welt, wie sie ist, nicht auflösen lassen. Die Logik von Gewalt und Gegengewalt, das sehe ich wie du, ist auch keine Lösung und kaum mit christlichen Argumenten zu rechtfertigen - es gibt keinen "gerechten Krieg". Kann dennoch die Unlogik der Gegengewalt eine "unmögliche Möglichkeit" sein?
2021-04-19 10:56:25
@Ursel Decker:

Ich denke, Gen 1 ist hier nicht eindeutig. Vers 1: "Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde." Gott macht also tatsächlich den Anfang, d.h. vor seinem Schaffen war nichts da. Nach Vers 2 aber herrschte auf der von ihm geschaffenen Erde das Chaos, d.h. Gott findet das Ungeordnete vor, wie du auch sagst. Mit Vers 3 beginnt das Ordnen und Scheiden, und zwar so, dass Gott Licht schafft; zuvor aber gab es nur Finsternis. Woher kommt das Licht? Aus dem schaffenden Wort Gottes.

Der Text enthält also beide Aspekte: Schöpfung aus dem Nichts und Vorfinden des Chaos, also des von Gott nicht Gewolltem und Bekämpftem. Man kann daran anknüpfend weitreichende Gedankengänge über das Übel (das Chaos) anstellen: Es ist einfach da, niemand weiß, woher es kommt. Gott hat es weder geschaffen noch gewollt. Es hat kein eigenes Sein und kein Seinsrecht, sondern existiert nur als Gegenpol zum göttlichen Ordnen. Es ist das, was von Beginn an von Gott abgelehnt wird, in seinem Sein in Frage gestellt und bekämpft wird und was am Ende ins Nichtsein verschwinden wird. So wie Gott schon zu Beginn das Licht gegen die Finsternis setzt, den Tag gegen die Nacht (diese Begriffe sind auch metaphorisch zu verstehen; Finsternis und Nacht haben immer etwas Bedrohliches), so wird am Ende das Licht bleiben und keine Finsternis mehr sein. Ja, schon jetzt gilt: "Finsternis ist nicht finster für dich" (Ps 139,12). Das Übel ist zwar noch da, aber es hat keine wirkliche Bedeutung, es existiert für Gott gar nicht mehr, auch wenn es nicht zu ignorieren ist. Es führt sozusagen ein Schattendasein in unserer Welt, ohne Grund, ohne Berechtigung, ohne Zukunft, und sollte darum auch von uns nicht zu ernst genommen werden.

Ist es richtig, das Übel nicht allzu ernst zu nehmen, oder ist es zynisch gegenüber den unter ihm Leidenden? Ich tendiere zum ersten.
2021-04-20 11:14:44
Hallo Klaus,

zu dem Thema könnte ich viel schreiben, auch auf deine Antwort vom 19.4. hin. Ich versuche, ganz kurz ein paar Punkte aufzuführen:

„Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muß gewagt werden“ (Bonhoeffer in Fanö 1934)

http://www.dietrich-bonhoeffer-verein.de/dietrich-bonhoeffer/bonhoeffers-friedensverstaendnis/

Ja, Bonhoeffer hat später das Attentat auf Hitler befürwortet. Das Attentat ist gescheitert. Im Detail wegen diverser Kleinigkeiten. Weil Stauffenberg bei der Vorbereitung gestört wurde und deshalb nur die halbe Menge Sprengstoff in der Tasche war. Weil jemand anders die Tasche noch unvorhersehbar in eine ungünstigere Position geschoben hat. Weil es an dem Tag sehr heiß und die Fenster des Besprechungsraums deshalb weit offen waren, was die Wirkung reduziert hat, usw.. Wie ist das zu beurteilen? Zufall? Fügung? Gottes Wille?

Nach den geschichtlichen Erfahrungen u. a. mit Kreuzrittern, später mit beiderseits christlichen Soldaten, die sich mit „Gott mit uns“ auf der einen und „Onward, christian soldiers“ auf der anderen brutal bekämpft haben, kann eine speziell christliche Akzentsetzung mMn nur in Kriegs- oder Wehrdienstverweigerung bestehen.

„Mit der Bergpredigt kann man nicht regieren“ (H. Schmidt) halte ich auf der anderen Seite ebenso für richtig. Den Fehler sehe ich in den Versuchen, die urchristliche Botschaft Jesu Christi so weit zu verdünnen, dass sie mehrheits-, politik- und damit konventionell machtfähig wird. „Ihr seid das Salz der Erde“ ist und bleibt immer eine Angelegenheit für Minderheiten, die aber damit Akzente setzen.

Viele Grüße

Thomas
2021-04-20 11:35:16
Hallo Thomas,

danke für deine Stellungnahme. Sie bestärkt mich in meinem Denken. Bonhoeffer hat Recht: Frieden gibt es nicht ohne Wagnis, also ohne Risiko. Der politische Ansatz, jedes Risiko zu vermeiden und das Gegenüber möglichst in der Position des Schwächeren zu halten, kann keinen Frieden schaffen. Dass das Attentat auf Hitler nicht gelang (wie mehrere vorangehende auch nicht), kann man nur bedauern.

Ob man mit der Bergpredigt nicht regieren kann, da bin ich nicht so sicher. Meines Wissens hat es noch niemand versucht. Die Versuche der Verwässerung der christlichen Botschaft, die du beschreibst, sind allemal gegeben. Wer aber das versucht, hat den Boden des Christentums schon verlassen, auch wenn er das christliche Fähnchen noch hochhält.

Ob Bergpredigt oder nicht: Ohne die Bereitschaft, etwas zu wagen, wird es nicht gehen. Insofern geht alles Sicherheitsdenken, das die Politik auch in unserem Land bestimmt, fehl.

Viele Grüße
Klaus
2021-04-22 13:04:28
Hallo zusammen und miteinander,
ich möchte nochmals daran erinnern, zu keinem Zeitpunkt der grausamen Christenverfolgungen in den ersten beiden Jahrhunderten (sogar noch heute: Siehe bei Open Doors) wurde Widerstand geleistet. Ich verstehe Bonhoeffers Dilemma, teile allerdings nicht seine Gewaltanwendung. Den Lösungsansatz halte ich für illusorisch und unangebracht, in solch einer Definition für diese Realität von Welt. Wir sind weder gute Richter noch gute Vollstrecker. Wozu beten wir "erlöse UNS von dem Bösen", wenn wir die Erlösung und Befreiung selbst in Angriff nehmen. Sind Christen Freiheitskämpfer? Ja, aber völlig geistiger Natur! Wer die Liebe Gottes in sich hat, hält alles Leid der Welt aus, mit allen Schmerzen. Siehe Jesus und alle die im folgten. Man kann nicht in einem Bienenschwarm die Königin töten und glauben, die Unterstützenden und Profiteure der Königin würden dann keine neue Königin bestimmen, um die Situation zu sichern. Davon abgesehen, wiederholt sich alles im Leben, selbst ein Erfolg wäre nur befristet, da sich alles ständig wiederholt, weil jeder glaubt im Recht zu sein, weil jeder glaubt sein Recht durchsetzen zu müssen, weil jeder glaubt mit allen Mitteln. Ich kann dazu nur sagen ... die Liebe erduldet und erträgt alles ... auch den Tod. Diese Realität ist nur die Vorstufe, in der entschieden wird, wie der weitere Weg eines Menschen sein wird.
2021-04-22 21:53:39
Hallo Pneuma,

ich schätze deinen Ansatz sehr und bin auch in fast allem mit ihm einig. Ich denke, Christinnen und Christen müssen sich an Christus orientieren - an wem sonst? Und Christus hat den Weg ins Leiden gewiesen - wie du auch Paulus zitierst: "Die Liebe duldet und erträgt alles." Die Liebe ist auch bereit, für das Leben des anderen zu sterben. Darum habe ich oben schon geschrieben, dass die Logik von Gewalt und Gegengewalt keine Lösung ist und dass man nach nichtmilitärischen Lösungen suchen sollte.

In einem Punkt bin ich anderer Meinung als du: In äußerster Not und zur Rettung vieler Menschen kann ein Tyrannenmord in Frage kommen. Das geschieht nicht leichthin, sondern im Bewusstsein, schuldig zu werden. Doch es geht um das Leben vieler Menschen, nicht um das eigene Leben. Sollen wir andere Menschen dem Tyrannen überlassen und nicht für sie eintreten? Sollen wir nicht versuchen, der Gewaltherrschaft ein Ende zu machen? Auch Gott hat sich nach dem Alten Testament für das Leben vieler Israeliten eingesetzt und ihre Angreifer dem Tod preisgegeben.

Ich weiß, dass Richten Gottes Sache und nicht unsere ist. Es geht aber auch nicht um Richten, sondern um ein Ende der Gewalt und des Leidens. Es geht dabei auch nicht um die Erlösung; die liegt allein in Gottes Hand. Aber die Befreiung von Menschen aus weltlicher Gefangenschaft und Gewalt sollte schon von uns angestrebt werden. Die Tötung eines Tyrannen kann durchaus erfolgreich sein, und es ist nicht ausgemacht, dass danach alles weitergeht wie vorher. Ich rede damit nicht jedem gewaltsamen Umsturz das Wort, sondern ich rede von Extremfällen, wie das Nazi-Regime eines war. Ich halte es für möglich, dass Gott es sogar von uns verlangt, in solch einem Extremfall sein Gericht zu vollstrecken - wie damals David an Goliath.

Nochmal: Man kann leicht Gott für sich in Anspruch nehmen, um eine gewaltsame Revolution anzuzetteln. Oft genug wurde im Namen Gottes Krieg geführt. Das alles meine ich nicht. Ich meine das überlegte, im Gebet und mit Mitchrist*innen geklärte und schuldbewusste Töten eines Einzelnen oder einiger Weniger, um das Recht aufzurichten. Gott ist das Leben seiner Geschöpfe nicht egal. Darum kann es auch uns nicht egal sein. Wir haben Verantwortung für Gottes Geschöpfe - für ihr geistliches, aber auch für ihr leibliches Leben.

Ich habe bereits dargelegt, welche Überlegungen jemand anstellen sollte, der sich mit dem Gedanken trägt, Soldat oder Soldatin zu werden. Ich sage ganz ehrlich, dass ich kein Soldat sein könnte. Ich könnte aber auch nicht tatenlos der tödlichen Gewalt zusehen, als wenn es mich nichts anginge. Die Frage ist: Töten wir nicht auch dann, wenn wir dem Töten freien Lauf lassen? Ich meine damit nicht, Krieg zu führen, sondern, wie gesagt, eine sehr begrenzte und gezielte Anwendung von Gewalt. Dennoch schätze ich deinen Ansatz sehr - er ist mir lieber als alles schnelle Reden von militärischer Sicherheit, Aufrüstung, militärischem Gleichgewicht und Bereitschaft zur Gegenwehr und Gegengewalt.
2021-04-23 13:52:19
Ich verstehe die Rechtfertigungslogik. Sie ist einfach verständlich und absolut nachvollziehbar; auch mit der israelischen Geschichte. Ich kann mir jedoch aufgrund der Gnade Gottes überhaupt nicht vorstellen, dass der irdische Jesus oder die Apostel versuchen würden Tyrannen, und wie sie alle heißen mögen, bis zu Cäsar, samt Unterstützer umzubringen. Ich weiß, der mitfühlende Mensch verzweifelt gerne und oft am Leid, dass um ihn herum ist und möchte die Menschen davor bewahren, aber nicht so, nicht auf diese Weise und nicht in solchen Rahmenbedingungen wie diese Realität gestrickt wurde. Meine Befehle nehme ich daher nur von Jesus an, weil ich weiß wessen Geist er hat und was für ein Geist in ihm ist.
2021-04-24 19:43:30
Danke für deine deutliche Position. Daran zu erinnern ist immer wieder wichtig, auch wenn man sie in ihrer Radikalität nicht vollkommen teilen kann.
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Christsein
verstehen
Theologische Einsichten für ein gutes Leben
Zurück zum Seiteninhalt