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Was ist Leben?

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie to go · 16 April 2021
Tags: LebenGesundheitGlückNachhaltigkeitTierwohlCorona

T h e o l o g i e   t o   g o
Was ist Leben?
Klaus Straßburg | 16/04/2021

Leben ist das biologische Intaktsein der lebenswichtigen Körperfunktionen. So oder ähnlich würden wir wohl spontan die Frage beantworten, was Leben ist. Und Lebensschutz ist dann die Verlängerung des biologisch verstandenen Lebens, das Hinauszögern des Todes. Ein wichtiges dazu dienendes Mittel, das sehen wir gerade in der Pandemie, ist die Intensivmedizin.

Die Philosophin Olivia Mitscherlich hat am Ende eines Interviews mit dem Deutschlandfunk, das heute ausgestrahlt wurde (unter dem Titel Mit der Pandemie leben und sterben), Gedanken dazu geäußert, die mich zum Weiterdenken angeregt haben.

Die Schöpfungserzählung des Alten Testaments (1Mo/Gen 1,1-2,4a) versteht das geschaffene und sterbliche Leben als gut. Ja, nachdem die Schöpfung vollendet ist und Gott das Ganze des Geschaffenen, das Zusammensein und Zusammenwirken aller Kreatur ansieht, urteilt er: Es ist sehr gut.

Leben ist dann viel mehr als das biologische Funktionieren des Körpers. Leben besteht auch und wesentlich darin, mit Gott und allem von ihm Geschaffenen zusammen zu sein und in einer lebensförderlichen Beziehung zu stehen.

Lebensschutz ist dann keinesfalls nur das Verlängern der biologischen Körperfunktionen. Es ist auch das Heilen und Verbessern der Beziehungen, in denen wir stehen: der Beziehung zu Gott, zu uns selbst und zu den anderen Kreaturen (Pflanzen, Tiere und Menschen). Und die Mittel zum Schutz des Lebens sind dann nicht nur medizinische Maßnahmen, sondern auch
  • alles, was die Beziehung zu Gott fördert,
  • alles, was uns mit uns selbst und unserer Lebensgeschichte aussöhnt,
  • und alles, was das Leben der anderen Geschöpfe fördert: Pflanzenschutz, Tierrechte, Menschenrechte; eine ökologische (wörtlich etwa: Lehre vom Haushalten in der Welt), das Tierwohl achtende und den Mitmenschen förderlich zugewandte Lebensweise.

Die Wissenschaft vom Leben ist also weit mehr als Biologie, nämlich die Gabe, eine gute Beziehung zu Gott zu pflegen, sich selbst annehmen zu können und miteinander das Leben zu heilen und zu verbessern.

In der Pandemie würde Lebensschutz auch bedeuten, nach Wegen zu suchen, wie Kontaktsicherheit und Kontaktpflege zusammenfinden können. Das wurde weitgehend versäumt. Stattdessen wurden Lockdowns und Öffnungen einander entgegengesetzt und gegeneinander ausgespielt.

Was Lebensschutz nach der Pandemie bedeuten würde, können wir schon jetzt lernen:
  • ein gesundes und glückliches Leben nicht einfach in intakten Körperfunktionen und erzeugten Glücksgefühlen suchen, sondern in einer erfüllten Gottesbeziehung;
  • den Grund der Aussöhnung mit sich selbst und der eigenen Lebensgeschichte nicht einfach in sich selbst und im eigenen Handeln suchen, sondern in der Zuwendung Gottes;
  • die Erfüllung des eigenen Lebens nicht einfach in der rücksichtslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und Durchsetzung der eigenen Interessen suchen, sondern in der Förderung und Bewahrung des Lebens aller von Gott geschaffenen Lebewesen.


* * * * *




2 Kommentare
Jochen
2021-04-28 14:15:41
Hallo Klaus,
Lebensschutz schließt immer den Schutz menschlichen Lebens vom Augenblick der Zeugung bis zum natürlichen Tod ein. An der Stelle sollte man genau sein.
2021-04-28 17:46:16
Hallo Jochen,

Danke für deinen wichtigen Hinweis. Ich sehe das genauso. In meiner Formulierung "Förderung und Bewahrung des Lebens aller von Gott geschaffenen Lebewesen" wollte ich das inbegriffen wissen, weil der Fötus oder auch die befruchtete Eizelle bereits ein von Gott geschaffenes Lebewesen ist.
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