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Konfrontationen

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Theologie meditativ · 22 Juli 2022
Tags: UkraineKrieg

T h e o l o g i e   m e d i t a t i v
Konfrontationen
Klaus Straßburg | 22/07/2022

Die Sonne erstrahlt
die Granate explodiert
entspannende Wärme
tödliches Feuer
erholsamer Urlaub
verzweifelter Lebenskampf
Möwengeschrei
Bombendonner
ausgestreckt im warmen Sand
umherliegende Gliedmaßen
Sandburgen gebaut
in Schützengräben verschanzt
spielende Väter mit jauchzenden Kindern
verzweifelte Kinder rufen nach ihren Vätern
Kinderfreudengeschrei
Kinderschmerzensschreie
Freundschaften geschlossen
Familien zerrissen
ein Liebespaar im Sonnenuntergang
tausende zerstörter Lieben
Unzählige an den Stränden genießen das Leben
Ungenannte an den Fronten töten, um zu leben
mit Strandkorb, Frau und Kamera
mit unseren Waffen
feiern sie das Leben
zweihundert bis fünfhundert tote Soldaten täglich
sie sind reich beschenkt
sie erleben kein Erbarmen
sie brauchen keinen Gott
sie schreien nach Gott
und Gott kennt sie nicht
und Gott erbarmt sich ihrer


* * * * *


Foto: Klaus Straßburg





6 Kommentare
2022-07-22 23:20:06
Und es sind die gleichen Menschen,
im Schnitt alle nicht besser oder schuldiger.
Schicksal scheint ein Roulette zu sein,
für die einen in Monte Carlo,
für die anderen als Russisch Roulette.
Michael Kröger
2022-07-23 08:09:04
"Flaubert meinte, man müsse alles lernen, vom Sprechen bis zum Sterben. Nur können wir Letzeres nicht so recht üben."

aus:
Julian Barnes, Nichts, was man fürchten müsste.München 2011, S.134.
2022-07-23 19:17:54
Hallo Thomas,

ja, es sind die gleichen Menschen, und doch leben sie in so ungleichen Welten. Warum das so ist, wissen wir nicht. Aber dass es einen Erbarmer gibt, dessen bin ich gewiss.
2022-07-23 19:24:37
Hallo Michael,

ein interessanter Gedanke. Zufälligerweise kamen mir heute auf einer längeren Wanderung Gedanken über den Tod, die ich gleich notiert habe. Jetzt nur soviel: Sterben heißt doch wahrscheinlich Abschied nehmen - von allem, was uns lieb und teuer geworden ist, auch von uns selbst. Und wenn wir uns vergegenwärtigen, wie schwer das "normale" Abschiednehmen oft schon für uns ist, dann können wir vielleicht ermessen, wie schwer das Abschiednehmen von allem sein muss. Einen Trost gibt es wohl nur, wenn man daran glaubt, dass nach dem Abschied etwas Neues beginnt, ganz ohne Abschiede.
Michael Kröger
2022-07-25 10:16:25
Hallo Klaus,

mir war es auch schon ein Trost, das o.g. Buch von Julian Barnes zu lesen. Dessen literarische Todes- undSterbe-Meditationen kann ich nur allen empfehlen, die dieses Thema bewegt...
2022-07-25 10:48:14
Hallo Michael,

danke für den Hinweis!

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