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Hoffnung in Zeiten des Krieges |8

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 6 März 2022

Verzagte Worte, die wie Geschosse explodieren
Während menschliche Götter ihre Ziele anvisieren
Angefangen von Spielzeugpistolen, die funkeln
Bis zu fleischfarbenen Christussen, die glühen im Dunkeln
Die Einsicht ist klar und lässt sich nicht verdunkeln
Dass es nicht viel gibt
Was noch heilig ist.

Priester predigen von bösen Taten
Lehrer vermitteln Wissen in Raten
Und dass Gala-Diners auf den Tüchtigen warten
Und dass Wissen beflügelt zu guten Taten
Doch selbst der Präsident der Vereinigten Staaten
Steht eines Tages
Mal nackt da.

Andere verteidigen jederzeit
Mit Killerinstinkt ihre Sicherheit
Und mancher hat schon bitter bereut
Dass er glaubte, des Todes Gerechtigkeit
Halte für ihn eine Ausnahme bereit
Doch manchmal wirds
Einsam im Leben.

Überfüllte Friedhöfe dringen auf mich ein
Falsche Götter, ich fange an zu schrei'n
Wie kann man so borniert und kleinkariert sein
Ich geh in Handschellen, geh fast daran ein
Strample und trete, um mich zu befrei'n
Sag: na gut, ich geb auf, lass sein
Was kannst du mir sonst noch geben?

Bob Dylan


Menschliche Götter kennen nichts Heiliges mehr – außer sich selbst. Doch wenn das wahrhaft Heilige verloren geht, erstirbt das Leben.

Der menschliche Gott, der glanzvolle Christus, der Erlöser-Befreier, russischer Präsident, der Gute, Kluge und Allmächtige – er will Unsterblichkeit erlangen in den Geschichtsbüchern, indem er über Leben und Tod entscheidet. Er geht seinen Weg über Leichen, verbreitet Angst und Schrecken, füllt die Friedhöfe mit stummen Schreien.

Und doch erreicht er niemals sein Ziel: Er ist lebendig schon tot. Der schwerreiche Präsident ist unter den Armen der Ärmste. Er kann es nicht hindern, als bloßer Mensch nackt dahinzufahren und besudelt mit Blut vor Gott zu stehen.

Wir stehen machtlos, wie gefesselt, wütend, weinend. Kann uns jemand Halt geben?

Abraham zeigt uns, was Glauben bedeutet: „Er glaubte an den Gott, der die Toten lebendig macht und das, was kein Sein hat, ins Sein ruft. Er glaubte voller Hoffnung, wo es nichts mehr zu hoffen gab" (nach Röm 4,17f).


Quelle: Bob Dylan. Texte und Zeichnungen. Deutsch von Carl Weissner. Copyright 1973 by Bob Dylan. Deutsche Ausgabe: Copyright 1975 by Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975, S. 533.537. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Die zitierten Strophen sind aus Bob Dylans Song „It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding)" aus dem Jahr 1965.





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