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Hoffnung in Zeiten des Krieges |34

Christsein verstehen
Veröffentlicht von in Hoffnung in Zeiten des Krieges · 4 Mai 2022

Kommt, ihr Meister des Kriegs,
Die ihr all die Kanonen baut,
All die Flugzeuge des Todes,
Die tonnenschweren Bomben,
Ihr, die ihr hinter Mauern
Und Schreibtischen euch versteckt:
Ich hab hinter eurer Maske
Euer wahres Gesicht entdeckt.

Ihr lügt und betrügt
Wie Judas dereinst
Und versucht mir einzureden
Ein Weltkrieg sei zu gewinnen,
Doch ich seh durch eure Augen
Und ich seh durch euer Hirn
So wie ich durch das Wasser sehe
Das aus meiner Traufe rinnt.

Ihr spannt den Abzugshahn
Den ein anderer abdrücken soll,
Dann setzt ihr euch hin und seht zu
Und die Gräber werden voll,
Ihr versteckt euch in euren Villen
Während das rote Blut
Aus den jungen Körpern fließt
Und im Schlamm versickern tut.

Beantwortet mir eine Frage:
Hat euer Geld so viel Macht?
Lässt sich Vergebung erkaufen?
Habt ihr daran ernsthaft gedacht?
Ich glaube, ihr werdet merken,
Wenn euch der Tod einst holt,
Dass ihr auch für all euer Geld
Eure Seele nicht mehr wiederbekommt.

Bob Dylan


Das ist die zornige Anklage des 22jährigen Bob Dylan aus dem Jahr 1963. Es könnte heute geschrieben sein.

Noch immer befehlen die einen den Krieg und die anderen kämpfen. Noch immer sitzen die einen in ihren Villen und die anderen füllen die Gräber. Noch immer wollen sie uns weismachen, ein Weltkrieg sei zu gewinnen. Und noch immer lässt sich Vergebung nicht erkaufen.

Die Menschen scheinen nichts dazugelernt zu haben. Das macht keine Hoffnung.

Hoffnung aber macht ein Wort des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, das er als Präses der EKD-Synode beim 2. Evangelischen Kirchentag 1950 in Essen sprach. Der Kirchentag stand unter dem Motto "Rettet den Menschen". Er fand kurz nach dem Ausbruch des Koreakriegs statt, in einer Zeit, in der in Deutschland heftige Diskussionen um eine Wiederbewaffnung geführt wurden. In dieser Situation rief Gustav Heinemann aus:

Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will:
Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!


Quelle: Bob Dylan. Texte und Zeichnungen. Deutsch von Carl Weissner. Copyright 1973 by Bob Dylan. Deutsche Ausgabe: Copyright 1975 by Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1975, S. 107.109. Die Orthographie wurde der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Die zitierten Strophen sind aus Bob Dylans Song „Masters of War" aus dem Winter 1962/63.





2 Kommentare
Albrecht Häußler
2022-06-01 10:47:40
Danke für dies tolle, leider sehr realistische Gedicht!
2022-06-01 15:52:11
Sehr gern!
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